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17. September 2009
Treffen der Generationen
In Vauban besuchen sich Kita-Kinder und Mitglieder eine Demenzwohngruppe gegenseitig
VAUBAN. Menschen mit Demenz und Kindergartenkinder singen, spielen und arbeiten zusammen: Im Stadtteil Vauban treffen sich seit diesem Jahr Mitglieder der Wohngruppe Woge für Menschen mit Demenz mit den Kindern der Kindertagesstätte (Kita) Wiesengrün zu gemeinsamen Aktionen und lernen dabei auch etwas über das Leben der jeweils anderen.
Anna Kirner sitzt im Stuhlkreis, klatscht im Takt und winkt in die Runde. Um sie herum wirbelt und tanzt eine Schar von Kindern und singt ihr ein Begrüßungslied. So viel Trubel ist Kirner zu Hause nicht gewohnt. Sie ist eine der zehn Mitglieder der Wohngruppe für Menschen mit Demenz, die direkt an die Kindertagesstätte angrenzt. Hier werden zwei unterschiedliche Welten nur durch einen Gartenzaun voneinander getrennt. Die Nachbarn aus verschiedenen Generationen lernen sich seit April durch gegenseitige Besuche besser kennen.Die Idee zur Kontaktaufnahme bestand schon seit dem Einzug der Wohngruppe vor eineinhalb Jahren, doch den Anstoß für die Begegnung gab das Thema "Alt und mitten im Leben" der Diakonie Baden zur diesjährigen Opferwoche. Die Kita gewann mit ihrem Projektvorschlag die finanziellen Mittel, mit denen Rita Krämer nun als Projektleiterin der Kita gemeinsame Ausflüge und Aktionen finanziert. "Die Kinder waren sofort begeistert und wollten die Wohngruppe gerne kennen lernen", so Krämer. Und auch für die alten Menschen sind die Begegnungen "eine richtige Abwechslung", wie Gabi Schüler, Alltagsbegleiterin der Wohngruppe, meint.
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Anlässe für die gegenseitigen Besuche gibt es genug. Im Stuhlkreis der Kita am Freitag sind die Nachbarn mittlerweile willkommene Dauergäste, und die Kinder überbringen den Bewohnern der Wohngruppe zum Beispiel Geburtstagsständchen und Geschenke oder helfen bei der Gartenarbeit. Die Reaktionen der Wohngruppenbewohner sind unterschiedlich, "aber manche erinnern sich schon an den Besuch und erkennen auch Kinder wieder", so Schüler. Rita Krämer sieht auch bei den Kindern Neugierde: "Manche verbringen wenig Zeit mit ihren Großeltern. Der Kontakt zu alten Menschen ist für sie interessant, und es kommen auch viele Fragen." An die Rollstühle hätten sie sich bereits gewöhnt. "Eine der Fragen am Anfang war: Was haben den Sie da für ein Auto?", erzählt Krämer.
"Das Projekt ist ein Erfolg und soll auch nach Ablauf des Probejahres ohne die Zuschüsse weiterlaufen", verspricht Kerstin Kohler-Gern, die Leiterin der Kita. Die Kinder sind der gleichen Meinung. Schön sei es bei der Gartenarbeit bei den Nachbarn gewesen, erzählt die vierjährige Vivian Okpalaeke.
Anna Kirner ist nach der willkommenen Abwechslung mittlerweile auch wieder zurück in ihrer gewohnten Umgebung und sitzt am Mittagstisch der Wohngruppe. Sie blickt in die Runde. "Hier ist es aber ruhig", flüstert sie sich selbst zu und lächelt.
Autor: Olaf Völker
