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16. Juli 2010

Aus "Pro Eto" wird "Log In"

Tiengener Räte sprachen auch über ehemalige Sparkassenräume.

TIENGEN. Einstimmig folgte der Tiengener Ortschaftsrat dem Antrag der Rätin und örtlichen Jugendbeauftragten Christa Bähr, das Integrationsprojekt "Pro Eto" im Jugendhaus weiterzuführen, nun jedoch unter dem Namen "Log In" und finanziert von der Robert-Bosch-Stiftung sowie vom Trägerverein Kinder- und Jugendarbeit Tuniberg.

Seit Oktober 2009 kommen die Studierenden Elza Belousova, Denise Komor und Kateryna Frolova regelmäßig ins Tiengener Jugendhaus, um mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen hier ins Gespräch zu kommen über ihre Stellung in der Gesellschaft, ihr Selbstverständnis in Beziehungen sowie über ihre Ausbildungs- und Berufsziele. Bisher standen dabei Migranten aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion im Fokus (die BZ berichtete). Die Studierenden tun das im Auftrag des Bildungsinstituts "Pro Phila" der Beratungsstelle "Pro Familia Freiburg". Bis Mai war ihre Arbeit finanziert vom Bundesamt für Migration. Sie kann nun zwei Jahre lang weiter geführt werden, weil die Robert-Bosch-Stiftung auf Antrag von "Pro Familia" sie für förderungswürdig hält, informierte Christa Bähr: "Es wurde festgestellt, dass im Tiengener Jugendhaus Jugendliche aus sehr unterschiedlichen Milieus zusammen kommen, was eher die Ausnahme ist." Zudem habe das Projekt dazu beigetragen, dass der Anteil der Mädchen unter den Nutzern gewachsen sei und die jungen Leute gegenüber den Erwachsenen zugänglicher geworden seien.

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Ein weiteres Thema war der Antrag, die früheren Sparkassenräume an der Mengener Straße als Wohnräume zu nutzen. Nach dem seit 2008 geltenden Bebauungsplan "Alte Mitte Tiengen" dürfen auf 200 Quadratmetern Grundfläche maximal zwei Wohneinheiten eingerichtet werden. So viele hat das Haus bereits. Die dritte Wohnung sei nun für die Unterbringung der hilfsbedürftigen Mutter der Antragstellerin erforderlich – für maximal zwei Jahre, bis ein geeigneter Betreuungsplatz gefunden sei, erläuterte Ortsvorsteherin Ruthild Surber. Laut Baurechtsamt sei das genehmigungsfähig. Die halbstündige Diskussion kreiste um die Frage, ob der Rat mit dieser Ausnahmeregelung den Bebauungsplan aufweiche und weitere Befreiungsanträge provoziere oder ob man eher den menschlich nachvollziehbaren Einzelfall sehen solle. Rat Heinz Schächtele betonte, dass der Bebauungsplan überdimensionierte Gebäude verhindern solle, hier gehe es aber um die Nutzung eines bestehenden Gebäudes. Die Räte befürworteten die Nutzungsänderung schließlich mehrheitlich, knüpften die Genehmigung aber daran, dass nur die Mutter der Antragstellerin die neue Wohnung nutzen dürfe.

Autor: Silvia Faller