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08. April 2017

Munzinger Rat setzt sich weiter für Jugend ein

Bei einer Sitzung, zu der Jugendtreffleiter und Jugendliche kamen, gab es die Zusage, die Idee eines Jugendhauses – und sei es im Container – nicht aufzugeben.

  1. Jugendtreffleiter Sebastian Krämer (rechts) war mit Robert Schweizer (links) und Raoul Tota zur Sitzung gekommen. Foto: Ingo Schneider

MUNZINGEN. Mit der ungewöhnlichen Aufforderung an zwei junge Munzinger, die Räte zu löchern, begann am Mittwoch die jüngste Sitzung des Ortschaftsrates. Hintergrund war die Entscheidung, den ersten Teil der Sitzung Jugendthemen zu widmen. Im zweiten Teil ging es unter anderem um die Bildung eines Ausschusses für das Jubiläumsfest im Jahre 2020.

Wie laut Geschäftsordnung beschlossen, hatte der Ortschaftsrat junge Munzinger eingeladen, um mit ihnen gemeinsam über ihre Wünsche und Vorstellungen zu sprechen. Dass nur zwei Jugendliche in Begleitung von Sebastian Krämer, dem Leiter des Kinder- und Jugendtreffs Munzingen, gekommen waren, sorgte anfangs für Enttäuschung unter den Räten. Klaus Riemann (Unabhängiger Liste Munzingen) machte Frust darüber, dass bisher nichts geklappt habe, dafür verantwortlich: "Wir wollten eigentlich ein kleines Jugendhaus bekommen." Ortsvorsteher Rolf Hasenfratz (Munzinger Wählergemeinschaft) bestätigte ihn darin: "Wir haben im vergangenen Jahr viel versucht, haben es aber nicht geschafft, etwas zustande zu bringen."

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Im Laufe der dann doch lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass die Räte einen neuen Anlauf nehmen werden. Sebastian Krämer führte als erstes an, dass die Jugendlichen sich über Licht im bestehenden Pavillon am Bolzplatz hinter dem Supermarkt Rewe freuen würden. Der Frage, ob als Lichtquelle LED-Technik, Photovoltaik oder einfache Leuchtröhren zu nutzen wären, folgte die Aufforderung an Krämer, sich kundig zu machen, was günstig und angemessen wäre. "Wir sollten unser Okay geben, damit etwas Ordentliches entsteht", sagte Riemann.

Ähnlich konkret drehte es sich bei der Diskussion für einen gewünschten Container als Treffpunkt um Anschlüsse für Strom und Wasser, die mögliche Lärmentwicklung für das Neubaugebiet Kurzacker und die Kosten. Es gebe inzwischen gut gedämmte Container, stellte ein Zuhörer fest. Möglich wäre es auch, zwei Container zusammen aufzustellen und die Stadt zu fragen, ob sie nicht welche abgeben möchte, nachdem der Zustrom von Flüchtlingen abgenommen habe. "Wir versuchen alle, aktiv zu werden", versicherte Hasenfratz, "wir werden unsere Hausaufgaben machen." Sofortige Zustimmung gab es beim Wunsch der Jugendlichen, am Wochenende ab und zu die Sporthalle nutzen zu dürfen. Riemann wies sie darauf hin, dass sie jederzeit zur Frageviertelstunde kommen könnten, wenn es etwas zu besprechen gebe.

In der Frageviertelstunde der regulären Sitzung des Ortschaftsrates kam dann zur Sprache, dass der Rossbächleweg hinter dem städtischen Kindergarten noch immer ohne Beleuchtung ist. Für die Kinder der Kita und die Schüler sei es im Dunkeln gefährlich, argumentierten Zuhörer und Räte. Das städtische Garten- und Tiefbauamt lehne eine Beleuchtung ab, informierte der Ortsvorsteher, da es einen beleuchteten Ersatzweg gebe. Da habe offensichtlich keine Begehung stattgefunden, war die leicht empörte Antwort. Hasenfratz versprach, einen offenen Brief an das Amt weiterzugeben.

Ein Zuhörer fragte, ob es nicht möglich sei, Abfalleimer für die Kotbeutel verantwortungsvoller Hundebesitzer aufzustellen. Elisabeth von Kageneck (Bürger für Munzingen) betonte, dass auch in Munzingen das Verursacherprinzip gelte. Deshalb müsse nicht der ganze Ort mit Eimern vollgestellt werden. Die Frage des Ortsvorstehers, wer sich für den Festausschuss der 1175-Jahr-Feier in drei Jahren zur Verfügung stelle, konterte Riemann mit dem Vorschlag, erst einmal zu sondieren: "Wir sollten überlegen, wie groß wir es haben wollen, mit wem wir es organisieren und was wir dazu brauchen." Wenn das mit Hilfe einer Ideensammlung grundsätzlich abgeschlossen sei, könne der Kreis geöffnet werden. Zudem müsse geklärt werden, mit wie viel Geld die Stadt die Ortschaft unterstütze, fügte Hasenfratz hinzu und forderte die Räte auf, als Vordenker aktiv zu werden.

Die beantrage Baugenehmigung für den Neubau einer Doppelhaushälfte mit einem Carport im Neubaugebiet "Kurzacker" befürworteten die Räte einstimmig, da keinerlei Befreiungen vom Bebauungsplan beantragt worden seien. Elisabeth von Kageneck wollte wissen, welche Erfahrungen die Munzinger mit dem neuen, schnellen Internet bisher gemacht hätten. Sie bekam nur positive Rückmeldungen. Es funktioniere sehr gut, Down- und Uploads würden keinerlei Schwierigkeiten machen. Für die, die bei der Firma Inexio auch den Telefonanschluss hätten, sei perfektes Telefonieren möglich.
Sitzungsdauer: 100 Minuten.
Teilnehmer: elf von zwölf Räten.
Zuhörer: zwei.

Autor: Eva Opitz