Ortschaftsrat

Munzinger Rat sieht keine Chance auf schnelle Verwirklichung des Jugendhauses

Eva Opitz

Von Eva Opitz

Sa, 24. September 2016

Freiburg Tuniberg

Eröffnet wurde die jüngste Sitzung des Ortschaftsrates Munzingen mit einer erneuten Diskussion um das geplante Jugendhaus. Darüber hinaus standen der kommunale Artenschutz und die Vorlage zur Windkraft auf der Tagesordnung.

MUNZINGEN.

Das Thema Jugendhaus wurde in der Frageviertelstunde zum ersten Punkt der Tagesordnung durch eine Anfrage von Manfred Stärk vom Lions Club Munzingen. Er informierte die Räte, dass die Mitglieder gerne bis zur nächsten Versammlung wissen möchten, ob sie eine zurückgelegte Summe dem Projekt Jugendhaus zugutekommen lassen können. Ortsvorsteher Rolf Hasenfratz (Munzinger Wählergemeinschaft) musste ihm eine Absage erteilen, da sich bisher nichts getan habe. "Wir werden nochmal mit dem Sozial-und Jugendamt sprechen", sagte Hasenfratz. Er habe aber nicht viel Hoffnung, denn die Räte könnten es alleine nicht stemmen.

Klaus Riemann (Unabhängige Liste Munzingen, ULM) bekräftigte die verfahrene Situation. "Wir haben uns sehr bemüht, aber es macht keinen Sinn, das Jugendhaus weiter zu verfolgen, wenn die Unterstützung der Stadt fehlt." Der Ortschaftsrat werde den vorgeschriebenen Verwaltungsweg gehen mit einer Wartezeit von vermutlich fünf bis zehn Jahren, fügte der Ortsvorsteher hinzu. Das sei sehr schade, aber in dem Fall der richtige Weg. Er versprach dem Lions Club, Alternativen aufzuzeigen, um das Geld sinnvoll zu verwenden.

Wie in anderen Stadtteilen zuvor stellte Ramona Kaltenmeier vom Umweltschutzamt das kommunale Artenschutzkonzept vor. Für Munzingen führt das Konzept vor allem die Wiederherstellung historischer Rebterrassen auf, die zum Schutz der Smaragdeidechsen und anderer Bewohner der Rebberge im September und Oktober fortgesetzt werden soll. Dass die Arbeit des Umweltschutzamtes für Überraschungen gut ist, zeigt die Wiederentdeckung des für ausgestorben erklärten Kammmolches in einem Gewässer im Gewerbegebiet Haid.

Hildegard Gühr (ULM) lobte das Amt für die Freilegung von Böschungen mit verwilderten Reben und Brombeerhecken: "Das ist für unsere Winzer sehr wichtig." Für Auflockerung sorgte ein Beitrag von Klaus Riemann zum Artenschutz und zum Vorkommen der Steinlaus am Tuniberg. Munzingen habe sich um die Steinlaus – bekannt aus Funk, Fernsehen und den Werken von Loriot – verdient gemacht und für ein Schutzgebiet gesorgt: "Sonst hätte sie den Terrassen schon längst den Garaus gemacht." Den amüsanten Exkurs verband er mit einer Einladung an Ramona Kaltenmeier zur Fastnachtssitzung des Ortschaftsrates, wo es unter anderem um den Schutz der Steinlaus gehe.

Riemann war es auch, der bei der Diskussion um Windräder im Flächennutzungsplan hervorhob, dass die Optik bei der Ablehnung des Amtes im Hintergrund gestanden habe: "Wichtiger sind Flora und Fauna, geringe Windstärke sowie das Schutzgut Boden." Einstimmig sprachen sich die Räte für die Vorlage aus.

Das galt auch für die beiden Bauanträge, wobei der Bauantrag für ein Haus im Kurzacker nur mit dem Zusatz durchging, dass eine geplante Abgrabung nicht genehmigungsfähig sei. Hasenfratz informierte, dass neue gesetzliche Bestimmungen eine Änderung der Geschäftsordnung des Ortschaftsrates nötig machten. Einladungen zur Sitzung können demnach nicht nur schriftlich, sondern auch elektronisch erfolgen, in der Regel mindestens sieben Tage vorher. Jetzt kann ein Sechstel der Räte statt wie bisher ein Viertel einen Tagesordnungspunkt einbringen. Diese Änderungen wurden ebenfalls einstimmig angenommen.
Dauer: 50 Minuten.
Teilnehmer: elf von zwölf Räten.
Zuhörer: drei.