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05. Juli 2011 20:20 Uhr
Erneuerbare Energien
200 Meter hohes Windrad soll auf den Schauinsland
Auf dem Schauinsland soll bald ein drittes Windrad sauberen Strom liefern – und zwar eines der neuesten Generation, das deutlich höher, aber auch deutlich leistungsfähiger als die alten Anlagen ist.
Die Stadt Freiburg will in Sachen Energiewende vorankommen. Fünf Windräder drehen sich schon auf der Gemarkung, eine sechste Turbine soll mit Hilfe der grün-roten Landesregierung so schnell wie möglich hinzukommen: Ausgeguckt wurde ein Standort auf dem Schauinslandrücken in 1100 Meter Höhe am sogenannten "Ochsenberg". Der Standort liegt etwa 1000 Metern von den bestehenden Windrädern auf der Holzschlägermatte entfernt, im Wald nahe der letzten Kehre der Schauinslandstraße. Die neue Turbine könnte 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern – so viel wie die bestehenden fünf Freiburger Windräder zusammen.
Die Regiowind GmbH bemüht sich bereits um eine Pachtoption für das Gelände, das sich im Besitz der Stadt befindet. Die Abstimmung mit Forstamt, Umweltschutz- und Stadtplanungsamt ist bereits erfolgt. Laut Regiowind-Geschäftsführer Andreas Markowsky weht am Ochsenberg besonders viel Wind. Es gebe keine harten Ausschlusskriterien, die gegen den Bau dort sprächen. Der Standort liegt am Rande eines Naturschutzgebietes.
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Läuft bei der Standortprüfung und Planung alles glatt, könnte bereits 2012 mit dem Bau begonnen werden. Allerdings: Die neue Landesregierung muss dafür das Landesplanungsgesetz ändern. Das genau hat der neue Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) auch vor, wie er beim Windenergiebranchentag in der vergangenen Woche angekündigte.
Geht es nach Untersteller, werden in Baden-Württemberg jährlich 100 bis 150 Windkraftanlagen gebaut. 2010 gingen gerade einmal 8 ans Netz. Bislang durften Windräder nur in so genannten Vorranggebieten mit Zustimmung der Regionalverbände gebaut werden. Diese engen rechtlichen Vorgaben sollen nun gekippt werden.
Im Freiburger Rathaus begrüßt man das: "Wir können endlich die Potenziale heben, die wir bei der Windkraft noch haben", sagt Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik (Grüne). Der Ochsenberg sei ein besonders guter Standort. "Der Ausstieg aus der Atomenergie klappt nur mit dem Einstieg in die Erneuerbaren", so Stuchlik. Die Stadtverwaltung will weiter nach Standorten suchen. Ähnlich gute Plätze wie am Schauinsland seien aber rar gesät, sagt Regiowind-Chef Markowsky.
"Es muss mehr werden als nur dieses eine neue Windrad", erklärt Eckart Friebis, Stadtrat der Grünen und Vorkämpfer für Windkraft. Er hofft zudem, dass über das neue Projekt auch die bestehenden, offiziell noch nicht genehmigten Anlagen auf der Holzschlägermatte abgesichert werden können. Und er geht davon aus, dass die Investition auf dem Hausberg wieder über ein Bürgerprojekt gestemmt wird: "Das entspricht doch der dezentralen Energiewende, die man will."
- BZ-Gastbeitrag: Die Energiewende – eine Chance für die Wirtschaft
Autor: Joachim Röderer


