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21. März 2010 18:50 Uhr

Eröffnungswochenende

2700 Besucher strömen ins Freiburger Augustinermuseum

Die Freiburgerinnen und Freiburger haben ihr neues Augustinermuseum in Besitz genommen: Zum Tag der offenen Tür kamen mehr als 2700 Besucher. Zeitweise gab es lange Schlangen vor dem Eingang auf dem Augustinerplatz.

Bereits am Samstag war das Haus mit einer Feierstunde und einem Fest für 1200 geladene Gäste eingeweiht worden. Punkt zehn Uhr am Sonntagmorgen machten fünf Scheren "schnapp", zerschnitten das Band vor dem Museumseingang und gaben symbolisch den Weg frei. Viertel nach elf standen die Besucher schon Schlange bis in die Salzstraße.

Massenweise kam das interessierte Publikum, um zu sehen, wie spektakulär neu Kunst aus acht Jahrhunderten präsentiert werden kann. Wer drin war, flanierte über Galerien, Stege und Balkone, blickte aus Fenstern und Nischen mit nie gesehener Perspektive, staunte über steinerne Propheten, Fabelwesen und Heilige, die auf einmal ganz nah waren. Das Haus war voll mit Menschen: Menschen sinnierend auf den Bänken, von denen aus man die farbigen Kaiserfenster studieren kann, Menschen lauschend vor der gigantisch großen Welte-Orgel, Menschen wandernd zwischen den Dachbalken der Gemäldegalerie im Obergeschoss, Menschen staunend in der riesigen Skulpturenhalle.

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Die Reaktionen: meist begeistert. Auch wenn das Museum seine erste kleinere Panne schon hinter sich hat: Eine Sicherung war gestern durchgeschmort, deshalb musste die Elektronik der Lichtanlage heruntergefahren werden – zeitweise war’s denn auch ganz schön duster.

Von einem "großen Tag für ganz Freiburg" hatte Oberbürgermeister Dieter Salomon tags zuvor bei der offiziellen Feierstunde gesprochen. 16,6 Millionen Euro hat der erste Bauabschnitt gekostet, 800 000 davon waren durch Einzelspenden von Bürgern zusammengekommen – ein Grund, stolz zu sein, wie der OB fand: "Bürgerschaftliches Engagement zieht sich wie ein roter Faden durch Freiburgs Geschichte."

Baden-Württemberg kann stolz sein

Ministerpräsident Stefan Mappus, der ebenfalls – wenn auch wegen eines Staus auf der A 5 zu spät – gekommen war, nannte das Augustinermuseum "ein eindrucksvolles Fenster zu Kunst und Kultur am Oberrhein, auf das ganz Baden-Württemberg stolz sein kann". Und Erzbischof Robert Zollitsch sagte: "Wer künftig das Münster besichtigt, muss auch das Augustinermuseum aufsuchen, das viele Schätze der Bischofskirche beherbergt."

Der zweite und der dritte Bauabschnitt des ehrgeizigen Unternehmens sollen nun nahtlos in Angriff genommen werden; insgesamt wird die Sanierung und Neugestaltung der ehemaligen Klosteranlage mehr als 30 Millionen Euro kosten.

Samstag Abend waren 1200 Gäste geladen, im Museum bei Musik, Sekt und Grußworten die erste Etappe der Sanierung zu feiern. Um Mitternacht wurde ausgekehrt und gestern dann präsentierte sich das Museum der Öffentlichkeit. Über eine dreiviertel Stunde mussten Besucher zeitweise anstehen, doch mehr als 400 Interessierte aufs Mal wollten die Museumsleute nicht ins Gebäude lassen, sonst wäre wohl das Gedränge zu groß geworden. Voll war’s trotzdem den ganzen Tag – wer das Augustinermuseum in Ruhe erkunden will, sollte am besten nach dem Eröffnungstrubel wiederkommen.

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Autor: Simone Lutz