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12. Oktober 2013

271 Kinder mit Behinderung besuchen Regelschulen

Im Schulausschuss: Gute Zwischenbilanz zum Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung / Probleme erweisen sich als zäh.

271 Kinder und Jugendliche mit Behinderung besuchen seit diesem Schuljahr Regelschulen in der Stadt. Das sind gut 100 mehr als im vergangenen Jahr. "Es hat sich einiges getan", sagte Rudolf Burgert. Der Leiter des städtischen Schulamts berichtete im Schulausschuss den Jugend- und Schulexperten des Gemeinderats, wie es mit der Inklusion läuft. Hürden gibt es allerdings noch viele.

Die Schülerinnen und Schüler haben Lern-, Körper- oder geistige Behinderungen, auch die Bandbreite an den Schulen ist groß: Manche hat ein Inklusionskind, die Anne-Frank-Schule in Betzenhausen zehn. Freiburg ist eine von fünf Schwerpunktregionen im Land für einen Test, der 2010 begonnen und zuletzt ein Jahr verlängert wurde. Bisher hat sich für Freiburg gezeigt, dass Inklusion grundsätzlich erfolgreich sein kann.

Aber nicht zum Nulltarif. Die Stadt als Trägerin der öffentlichen Schulen zahlt mehr für die Beförderung der Schüler. Im Jahr sind es 100 000 Euro, weil sie zum Beispiel einzeln statt im Bus gefahren werden. Umbauen musste die Stadt vergangenes Jahr nichts, aber bei der Betreuung zieht’s an: Schüler, die morgens im Unterricht sind, gehen mittags zur Betreuung. "Noch sind es Einzelfälle, aber wir gehen davon aus, dass es zunimmt", so der Amtschef.

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Ab November bildet das staatliche Schulamt Betreuer weiter. Die Landesbehörde und die städtischen Ämter für Schule, Jugend und für Soziales arbeiten besser zusammen, die Eltern bekommen schnellen Kontakt und Informationen, sagte Burgert. Doch die Probleme seien noch immer die gleichen: Die rechtliche Basis ist noch nicht angepasst, die Zuständigkeit oft nicht klar. Und es sei schwierig, allgemeine Schulen für inklusive Angebote zu gewinnen, auch wenn es in der Haltung dazu Fortschritte gebe.

"Wir machen’s so gut wir können"

Der Test soll in die Schulgesetzänderung fließen, die das Kultusministerium jetzt fürs nächste Schuljahr plant. Burgert ist optimistisch, Bildungsbürgermeisterin Gerda Stuchlik skeptischer: "Wir machen’s. Und wir machen’s so gut wir können", sagte die Grüne. "Schnelle Lösungen von woanders sehe ich noch nicht."

"Natürlich harzt es, es ist ein riesen Rad, das da gedreht werden muss", meinte Grünen-Stadträtin Birgit Woelki. Fortbildungen könnten Ängste abbauen, meinte Anke Dallmann, Freie Wählerin und Rollstuhlfahrerin. Und zum Hinweis, dass Schüler in die Betreuung kommen: "Sie kommen auch in unsere Arbeitswelt, es ist ein Prozess, der Inklusion irgendwann selbstverständlicher macht."

Diana Körner vom Gesamtelternbeirat bat um einen Ansprechpartner für Eltern im Ämter- und Zuständigkeitsdschungel. In Burgerts Amt sind acht Leute mit Inklusion beschäftigt. Das Thema sei zu komplex, als dass er einen nennen könnte. Die Verwaltung arbeitet an einer Gesamtstrategie für Inklusion, die das Gremium hinter verschlossenen Türen beriet.

Autor: sh