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04. September 2010

Abwrackprämie für stromfressende Kühlschränke

Die Grünen und die SPD im Gemeinderat greifen das Beispiel aus Frankfurt am Main auf.

In der Stadt Frankfurt erhalten derzeit alle Haushalte, die sich einen neuen Kühlschrank kaufen, einen Zuschuss von 50 Euro. Denn alte Geräte verbrauchen deutlich mehr Energie und verursachen dadurch viele umweltschädigende Treibhausgase. Die Freiburger Gemeinderatsfraktionen von SPD und Grünen finden die Idee gut und wollen die "Abwrackprämie" auch in Freiburg einführen. Die CDU-Fraktion ist indes skeptisch – und auch die Stadtverwaltung und der Energieversorger Badenova wollen die Vor- und Nachteile zunächst genau abwägen.

In Frankfurt läuft die Aktion seit zwei Monaten. Eigentlich sollte Ende August Schluss sein, nun wurde das Programm um vier Wochen verlängert. Mehr als 600 Haushalte haben sich inzwischen einen neuen Kühlschrank gekauft und die Prämie in Anspruch genommen, berichtet Stefanie Schütz vom Energiereferat der Stadt Frankfurt. Finanziert wird die "Abwrackprämie" von der Stadt und dem Energieversorger Mainova, insgesamt 50 000 Euro.

Ein ähnliches Modell könnten sich die Freiburger Grünen und die SPD auch vorstellen. Die beiden Fraktionen haben sich fast zeitgleich mit ihrem Vorschlag an die Stadtverwaltung und an den Energieversorger Badenova gewandt – wobei die SPD betont, dass sie die Idee schon länger verfolgt und die Grünen nur auf den Zug aufgesprungen seien. So oder so: Neu ist das Ganze eh nicht. Denn das Ökoinstitut hat bereits im Jahr 2008 in einer Studie herausgefunden, dass durch ein Prämienprogramm für alte Kühl- und Gefriergeräte bundesweit jährlich rund zwei Prozent der von Privathaushalten verursachten Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden könnten. Der Nutzen eines solchen Programms sei fünfmal so hoch wie die Kosten. Außerdem starteten in Freiburg verschiedene Träger vor zwei Jahren ein Energieberatungsprojekt für Hartz-IV-Haushalte, bei dem auch Zuschüsse für den Kauf eines neuen Kühlgeräts gezahlt wurden. Derzeit gibt es dieses Angebot in dem Projekt nicht mehr, es soll jedoch fortgesetzt werden.

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Auch eine soziale Komponente ist bei einer Förderung denkbar

Bedürftigen Menschen Geld für einen neuen Kühlschrank zu geben, findet auch die CDU sinnvoll. Allen Haushalten einen Zuschuss zu bezahlen, hält der umweltpolitischer Sprecher Daniel Sander jedoch für nicht angebracht: "Damit fördert man die Falschen, das hat nur Symbolcharakter." Genau das findet die grüne Fraktion jedoch gar nicht schlimm. "Uns geht es darum, das Thema überhaupt mal wieder in die Öffentlichkeit zu tragen", sagt Eckart Friebis. Schließlich wüssten viele Menschen gar nicht, wie viel Strom ihr altes Gerät verbraucht. Doch auch die SPD legt Wert auf die soziale Komponente und fordert ein Stufenmodell: Normalverdiener sollten 50 bis 100 Euro Prämie pro Kühlgerät kassieren, erklärt SPD-Stadtrat Walter Krögner, einkommensschwache Haushalte bis zu 300 Euro.

Ob die "Abwrackprämie" nun kommt oder nicht, darüber beraten Stadtverwaltung und Badenova derzeit noch. Die Vorschläge würden "geprüft", heißt es unisono. Falls die Entscheidung negativ ausfallen sollte, gibt es jedoch auch noch eine andere Möglichkeit: Der vom Bundesumweltministerium unterstützte Energiesparclub und die Umweltschutzorganisation BUND haben deutschlandweit Unternehmen gewonnen, bei denen die Kunden zwischen 50 und 100 Euro Prämie erhalten, wenn sie sich im September einen neuen Kühlschrank oder eine Gefriertruhe kaufen.

Mehr Infos gibt es unter: http://www.energiesparclub.de

Autor: Beate Beule