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12. Februar 2011

Amok-Prävention: Fast eine Million für sichere Schulen

Stadtverwaltung will kräftig in die Amok-Prävention investieren / Stadträte beraten am Montag.

Das Sicherheitskonzept für die Schulen steht. Um die Schüler im Fall eines Amoklaufs zu schützen, sollen die Gebäude mit 966 000 Euro aufgerüstet werden – mit speziellen Türknäufen und extra Alarm. Zudem werden die Schulleiter mit Piepsern ausgestattet. Am Montag beraten die Stadträte im Schulausschuss über den modifizierten Plan der Verwaltung. Den ursprünglichen mit starren Knäufen hatte ein interfraktionelles Bündnis gestoppt.

Die 75 städtischen Schulen sollen ein en Amok-Alarm bekommen. Der muss sich vom Brandalarm unterscheiden: Bei Feuer heißt es "raus", im Amokfall dagegen sollen sich alle im Klassenzimmer einschließen. Die technischen Voraussetzungen sind unterschiedlich. Meist gibt es Brandmeldeanlagen, die einen zweiten Signalton haben. "Der war nur nie angeschlossen", sagt Johannes Klauser, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. Die Drähte anschließen kostet je nach Zahl der Sirenen und inklusive eines Auslösers im Rektorat 1200 bis 3000 Euro.

Seltener und aufwendiger: Wo es nur eine Lautsprecheranlage gibt, muss ein Elektrobauteil mit dem Signalton installiert werden. Und in Einzelfällen geht es um eine komplette Anlage "mit allem drum und dran", sagt Klauser, wofür zum Beispiel beim Berthold-Gymnasium (Waldsee) um die 35 000 Euro benötigt würden. Alles in allem soll die Einrichtung des Alarms 720 000 Euro kosten.

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Längere Debatte um die Türknäufe

Die Türknaufsysteme sind mit 246 000 Euro der kleinere Kostenposten. Das Konzept sieht vor, die Zimmertüren mit Systemen auszustatten, die außen eine Klinke und innen einen sperrbaren Drehknauf haben. Mit den starren Knäufen auf der Außenseite wären Türen nur per Schlüssel von außen zu öffnen. Das war auf Kritik gestoßen. Sie sollen jetzt nur an naturwissenschaftliche Räume, damit da nichts wegkommt. Das neue System nach US-Vorbild, das pro Tür 80 Euro kostet, ist für die meisten Schulen vorgesehen. Nur wenn generalsaniert oder neu gebaut wird, soll es eine Topversion à 350 Euro geben. Die hat auch innen eine Klinke, deren Sperre nicht extra, sondern einfach per Klinkendruck gelöst wird.

Für die Pager (Geräte für Benachrichtigungen per Funk), die das Land für die Schulleiter kauft, zahlt die Stadt die Verbindungskosten (25 000 Euro pro Jahr). Sie entsprechen den Empfehlungen einer Expertenkommission, die das Land nach dem Amoklauf in Winnenden eingerichtet hatte. Ebenso Alarm und Türsysteme, die in drei Etappen installiert werden sollen. Für die erste hat der Gemeinderat 2010 schon 200 000 Euro bewilligt. Im Entwurf des städtischen Etats für 2011/12 sind je 200 000 Euro vorgesehen. Soll alles auf einmal gemacht werden, bräuchte es weitere 366 000 Euro. Auf der Habenseite steht ein Landeszuschuss: um die 340 000 Euro für 2011, so Schulamtschef Rudolf Burgert. Im Frühling ist raus, ob es auch 2012 etwas gibt.

Autor: Simone Höhl