Wirbel in der JPG-Fraktion

Antifa-Papier diskreditiert Vorsitzende von Junges Freiburg

Jens Kitzler

Von Jens Kitzler

So, 27. Januar 2019 um 00:03 Uhr

Freiburg

Der Sonntag Die Verfasser werfen Kathrin Vogel ihre Mitgliedschaft in einer Studentinnenverbindung vor. Zu Jugendzeiten habe sie zudem Kontakt zu Rechtsextremen gehabt. In der Fraktion droht jetzt Ärger.

In der Wählergemeinschaft Junges Freiburg und in der Gemeinderatsfraktion JPG sorgt eine Veröffentlichung der Autonomen Antifa für Zwist. Das Papier bezeichnet sich als eine Art Dossier über die Junges-Freiburg-Vorsitzende Kathrin Vogel und kritisiert ihre Mitgliedschaft in der weiblichen Studentinnenverbindung Merzhausia sowie den Kontakt zu Rechtsextremen, den die heute 24-jährige als Jugendliche gehabt haben soll.



Den größten Teil des Textes nehmen Erläuterungen zu angeblich fragwürdigen Praktiken und Kontakten der Merzhausia und denen von Verbindungen insgesamt ein. Dünner gesät dagegen sind die Hinweise zu Kathrin Vogels Aktivitäten, sowohl bei der Merzhausia als auch in ihrem Bekanntenkreis aus Jugendtagen. Den Kontakt zu Rechtsextremen sollen vorrangig ein paar aus Facebook kopierte Konversationen belegen. Politischen Inhalt haben die Texte nicht: es handelt sich um Geburtstags- und andere Grüße.

Vogel fühlt sich diffamiert

Kathrin Vogel selbst zeigt sich "entsetzt gegenüber der Art und Weise, wie die Antifa hier mit Diffamierungen und Verleumdungen vorgeht". Auch ihre Wohnadresse haben die unbekannten Verfasser veröffentlicht. Derzeit überlegt sie, gegen die Urheber vorzugehen.

Bei den Kontakten aus Jugendtagen handele es sich um lose Bekanntschaften aus einer Zeit, als sie 14 oder 15 Jahre alt war, erklärt sie gegenüber dem Sonntag . Und welchen Ruf Studentenverbindungen haben, sei ihr klar gewesen – allerdings sei sie nicht beigetreten, um einer Gesinnung Ausdruck zu verleihen, sondern aufgrund der Bekanntschaft mit Mitgliedern von dort. Von rechten Burschenschaften oder der AfD distanziere sie sich. Dass linke Politik und die Mitgliedschaft in einer Verbindung unvereinbar sein müssen, findet die Studentin dagegen nicht.

Im linken Spektrum, in denen sie und die Liste Junges Freiburg verortet sind, sieht das mancher allerdings anders. "Auch wenn [Partei-Stadtrat] Simon Waldenspuhl und ich bei Kathrin Vogel keine rechtsradikale politische Meinung bemerkt haben, so unterstützt sie durch ihr Engagement in der Verbindung Merzhausia rechtsradikale und demokratiefeindliche Gruppen", erklärte GAF-Stadträtin Monika Stein kürzlich via Twitter. Stein und Waldenspuhl bilden mit zwei Junges-Freiburg-Kandidaten eine Fraktionsgemeinschaft – die könnte möglicherweise auf der Kippe stehen. Junges Freiburg will sich morgen öffentlich zur Sache erklären.