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06. Februar 2012 20:30 Uhr

2. Bauabschnitt

Augustinermuseum wird grüner – und teurer

Geothermie statt Gasheizung für das Augustinermuseum in der Green City: Durch ein neues Energiekonzept wird der zweite Bauabschnitt um fünf Millionen Euro teurer. Doch das ist nicht der einzige Grund.

  1. Leicht verändert hat Architekt Mäckler den geplanten Neubau an der Salzstraße. Foto: visualisierung: markus dold

Bislang waren für Abriss und Neubau des Torhauses in der Salzstraße 32, in dem die Graphische Sammlung untergebracht sein wird, 10,3 Millionen Euro veranschlagt, neuen Berechnungen zufolge kostet er 15,3 Millionen Euro. Zum einen hat sich die Verwaltung für ein neues Energiekonzept und vorgezogene Baumaßnahmen entschieden, die eigentlich für Sanierungsabschnitt drei vorgesehen waren. Zum anderen wurden erstmals Einrichtungs- und steigende Bau- und Materialkosten mit einberechnet.

Die Stadtverwaltung hat nun, da die Steuereinnahmen über Plan ein zügiges Weitersanieren möglich machen, die alten Berechnungen aktualisiert und ein neues Energiekonzept erarbeitet: Plante das Museum bislang mit einer konventionellen Gasheizung, schwenkt es nun auf ökologischere, oberflächennahe Geothermie um. Dafür sind Bohrungen im Untergrund nötig, die allerdings gefahrlos und mit dem Umweltschutzamt abgestimmt seien, versichert Johannes Klauser, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. Das Prinzip dieses Energiekonzepts: Grundwasser aus zwölf bis 14 Metern Tiefe wird durch eine Pumpe erwärmt. Es wird aber nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kühlen des Gebäudes verwendet. "Je höher die Gaspreise sind, umso wirtschaftlicher wird diese Lösung", sagt Klauser. Dafür werden am Museum zwei Brunnen gebaut. Nach zirka 20 Jahren sei die neue Anlage, die gegenüber der herkömmlichen Heizung 230 000 Euro teurer ist, rentabel. Der ökologische Effekt dabei: 40 Tonnen weniger CO2 und weitere Energieeinsparungen von voraussichtlich jährlich 25 Prozent.

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Veränderte Fassade

Leicht verändert wurde die Fassade des Neubaus (blaues Gebäude im Bild oben): Die Attrappenfenster – echte Fenster sind nicht nötig, da die dort ausgestellten Grafiken kein Tageslicht vertragen – sind nun länglicher, als sie Architekt Christoph Mäckler ursprünglich geplant hatte, das Gebäude wird zudem einen halben Meter niedriger, so dass die Firsthöhe jetzt unter 20 Metern liegt. Auch die Klima- und Sicherheitsanforderungen im Gebäude wurden verbessert. Diese Neuplanungen kosten eine Million Euro mehr.

Bauabschnitt zwei beginnt nach Fasnacht mit dem Abriss des alten Torhauses (Salzstraße 32) aus den 1920er Jahren. Von Juni bis November haben dann die Archäologen Zeit für Grabungen. "Dort befindet sich der älteste Teil Freiburgs. Wenn wir Glück haben, finden wir dort Siedlungsreste aus dem 10., 11. oder 12. Jahrhundert", sagt Andrea Bräuning vom Landesdenkmalamt des Regierungspräsidiums. Anfang 2013 soll dann mit dem Neubau begonnen werden, der bis Ende 2015 fertig sein soll. Wegen der Baustelle fällt vorübergehend ein Drittel des Spielplatzes an der Gerberau weg.

Vorgezogene Arbeiten

Vorgezogen werden zudem der Bau eines Foyers und die Sanierung der Museumspädagogikwerkstatt im Erdgeschoss des Klostergebäudes (siehe Grafik unten), die eigentlich erst für Bauabschnitt drei vorgesehen waren. "Das ist wichtig, denn sonst wäre die Museumspädagogik drei Jahre lang nicht aktiv", sagt der Leitende Museumsdirektor Tilmann von Stockhausen. Der Besucher erreicht über die Arkaden des Neubaus das Foyer im rückwärtigen Gebäudeteil und gelangt von dort zum Ticketschalter, der auch als Kasse für den Museumsshop im früheren Laden von Elektro Hauser fungiert.

Durch die vorgezogenen Arbeiten fallen weitere 620.000 Euro an. Noch einmal 1,8 Millionen Euro werden fällig, weil die Stadt jetzt die Bau- und Materialkosten unter Berücksichtigung einer jährlichen fünfprozentigen Steigerung bis 2015 kalkuliert hat. "Wir haben uns da kein Polster angerechnet", sagt Baubürgermeister Martin Haag. Weitere 1,4 Millionen kostet die Museumseinrichtung. Bei Gesamtkosten von nunmehr 15,3 Millionen Euro, verteilt auf die Haushaltsjahre bis 2015, rechnet Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach mit Landeszuschüssen von 3,5 Millionen Euro.

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Autor: Frank Zimmermann