900-Jahr-Feier

Bald muss Freiburg entscheiden, was das Stadtjubiläum kosten darf

Yvonne Weik

Von Yvonne Weik

Sa, 18. März 2017 um 13:35 Uhr

Freiburg

Ein Stadtjubiläum zu feiern: Das kostet. Im Mai wird soll entschieden werden, wie viel der Stadt ihr 900. Geburtstag wert ist. Andere Städte investieren unterschiedliche Summen

Ein Stadtjubiläum zu feiern: Das kostet. Wie viel, darüber wird in Freiburg heftig diskutiert, seit der Gemeinderat die Überlegungen der Theaterintendantin und designierten Kuratorin Barbara Mundel gebremst hat. Der Mehrheit der Stadträte sind die prognostizierten neun Millionen Euro einfach zu teuer. Im vergangenen Jahr hat die Stadt (rund 225.000 Einwohner) bereits rund 113.000 Euro für die Planungen ausgegeben. Doch wie viel geben andere Städte aus, wenn sie Geburtstag feiern?

Pforzheim investiert 2,2 ,Karlsruhe 15 Millionen Euro

Pforzheim feiert in diesem Jahr 250 Jahre Schmuckindustrie. 300 Veranstaltungen sind geplant, Ausstellungen mit Design und Schmuckkunst, Live-Events, Musik und Theater. Die Goldstadt holt dafür etwa 2,2 Millionen Euro aus der Stadtkasse. Sponsoren haben weitere Unterstützung zugesagt – in Höhe von 2,4 Millionen. Darauf ist man in Pforzheim stolz und findet das Konzept goldrichtig. Die 120.000-Einwohner-Stadt hat damit im Verhältnis deutlich mehr Unterstützung aufgetrieben, als die Nachbarn in Karlsruhe (300.000 Einwohner).

Deren große Sause zum 300. Geburtstage verschlang vor zwei Jahren ein 15-Millionen-Budget, rund vier Millionen davon kamen von Sponsoren.

Münchens 1,5 Millionen Einwohner feierten 2008 vergleichsmäßig bescheiden: Sieben Millionen Euro hatte der Stadtrat für die Party zur 850-Jahr-Feier bewilligt, vier Millionen kamen am Ende von verschiedenen Partnern.

Schon jetzt hat das Stadtjubiläum 113.000 Euro gekostet

Noch ist Freiburgs Jubiläum drei Jahre hin. Kosten sind schon jetzt angefallen: Zum 1. Juli 2016 wurde die Geschäftsstelle Stadtjubiläum eingerichtet. Rund 34 000 Euro für Sachkosten und 79 000 Euro für Personal wurden im vergangenen Jahr ausgegeben, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage der BZ mit.

Intendantin Barbara Mundel, die im Sommer nach ihrem Ausscheiden als Theaterchefin das Stadtjubiläum managen soll, wurde für ihre Planungsarbeit nicht freigestellt, aber sie hat ihre Arbeit auch nicht ehrenamtlich gemacht. "Die Vorbereitungen für das Stadtjubiläum hat sie neben ihrer Intendantentätigkeit durchgeführt", erklärt die Verwaltung.

Inzwischen gibt es insgesamt 2,5 Personalstellen, die Mundels Arbeit unterstützen, jeweils eine 80-Prozentstelle im Sekretariat und der Assistenz, plus eine Vollzeit-Verwaltungsstelle. Im Doppelhaushalt 2017/18, der erst noch genehmigt werden muss, sind knapp eine Million Euro eingeplant.

Ob das so bleiben wird und wie’s mit den Geburtstagsvorbereitungen weitergeht, darüber muss der Gemeinderat entscheiden. Am 23. Mai werden die Stadträte über das 900-Jahr-Jubiläum und das Konzept von Barbara Mundel diskutieren. Am 15. Mai ist es Thema im Haupt-, am 18. Mai im Kulturausschuss.

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