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09. November 2012

"Befremdlich": ZMF kritisiert Landesregierung

Einschnitte bei Kinder- und Jugendarbeit im Programm.

Die Verantwortlichen des Freiburger Zelt-Musik-Festivals, Geschäftsführer Marc Oßwald und Förderkreis-Chef Wolfgang Meier-Rudolph, kritisieren die Landesregierung für die angekündigten Kürzungen der Festivalzuschüsse. Wie die BZ berichtet hatte, kappt das Land die Förderung um ein Drittel auf 60 000 Euro. "Es ist sehr befremdlich, dass die Landesregierung ausgerechnet im Bereich kultureller Bildung kürzt", sagt Oßwald.

Die Kürzung betrifft nicht das normale Konzertprogramm, sondern die Kinder- und Jugendarbeit des ZMF. Dazu zählen die Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk Freiburg (Nachwuchsband-, Foto- und Kunstworkshops), Trommelworkshops mit Tamburi Mundi, Kooperationen mit Freiburger Schulen bei Poetry Slam-Workshops und vor allem kostenlose Auftritte von jungen Nachwuchsbands, bei denen auf dem diesjährigen ZMF 1500 Kinder und Jugendliche mitgemacht haben. Rund 20 000 Besucher kamen zu den kostenlosen Auftritten. Einen vergleichbaren "Ertrag" an kultureller Bildung der Kinder und Jugendlichen für bisher 76 470 Euro netto (der Rest fließt als Mehrwertsteuer ans Finanzamt) werde das Land andernorts schwerlich finden. Die Zuschusskürzung werde "deutliche Einschnitte bei den Programmen zur Folge haben", was die GmbH und der Förderkreis "zutiefst bedauern".

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Oßwald ärgert auch, dass Staatssekretär Jürgen Walter, der noch nie beim ZMF gewesen sei und ein Gespräch wieder abgesagt habe, die Kürzungen am Schreibtisch beschlossen habe und ein "so gut funktionierendes Kinder- und Jugendprogramm" gefährde. Der Freiburger CDU-Stadtrat Daniel Sander zitiert in einer Pressemitteilung aus dem Koalitionsvertrag, dass das Land das Bestehende in der vielfältigen und renommierten Kulturlandschaft auf höchstem Niveau bewahren wolle. Das müsse bei den ZMF-Machern nun "wie Hohn klingen".

Autor: barg