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27. Mai 2011

Besetzer wollen besetztes Gelände kaufen

Kreditgeber gesucht.

Diese Lösung ist für Wagenburgler eher unorthodox. Das "Kommando Rhino", das auf dem Eingangsgelände im Quartier Vauban campiert, hat gestern einen Vorschlag unterbreitet, damit das von ihm besetzte Gelände nicht von der Polizei geräumt wird. Die "Rhinos" wollen das Grundstück kaufen. Gestern haben sie den Fraktionen des Gemeinderats einen entsprechenden Kaufantrag vorgelegt. 1,1 Millionen Euro wären sie nach eigenen Angaben bereit zu bezahlen. So viel, wie das Grundstück im Dezember 2009 gekostet hatte, als das städtische Wohnungsunternehmen Stadtbau es kaufte. Doch genau das ist die Krux an der Sache: Das Grundstück gehört gar nicht mehr der Stadt Freiburg, sondern eben der Stadtbau – der Kaufantrag kommt zu spät. Auf dem Gelände, auf dem im Moment circa 40 Menschen in der Wagenburg leben, soll ein Wohn- und Geschäftshaus mit integrativem Hotel gebaut werden. Die Bauvorbereitungen sollen am 1. August beginnen. Bis dahin müssten die Wagenburgler das sogenannte M1-Gelände verlassen.

Nun aber wollen sie die 1,1 Millionen Euro durch Direktkredite mit null Prozent Verzinsung und durch Spenden zusammenbekommen. "Wir können das Ding wuppen", meint Cajus Ohrem, ein Bewohner der Wagenburg: Es müssten sich 1760 Menschen finden, die bereit wären, jeweils 620 Euro zu spenden oder ohne Zinsen und auf unbestimmte Zeit zu leihen. Allerdings: Dass die Stadtbau das Gelände verkauft, nachdem die Planungen fertig sind und die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit in den Startlöchern steht, um das integrative Hotel zu betreiben, ist mehr als unwahrscheinlich.

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Wohin kann die Wagenburg?

Seit der Besetzung des Grundstücks im Mai 2009 gibt es Verhandlungen mit der Stadtverwaltung. Die Wagenburgler fordern ein Ersatzgrundstück, sollten sie M1 verlassen müssen. "Wir brauchen etwa 3500 Quadratmeter und Anschluss ans Wasser", sagt Johannes Maurus von den Wagenburglern. Wo so ein Grundstück herkommen soll, weiß momentan niemand. Es gibt einen Gemeinderatsbeschluss, der besagt, dass keine neuen städtischen Grundstücke für Wagenburgen freigegeben werden. Bliebe lediglich die Möglichkeit, dass die "Rhinos" ein privates Grundstück finden oder dass sie zu anderen Wagenburgen in der Stadt ziehen. "Wir haben auf Anregung der Wagenburgler schon bei mehr als drei Grundstückseigentümern nachgefragt", sagt Annette Schubert, Referentin von Oberbürgermeister Dieter Salomon. Bislang habe sich aber noch niemand gefunden, der bereit wäre, die Wagenburg auf seinem Gelände zuzulassen.

Autor: Sebastian Wolfrum