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02. September 2010

Bräuche und Basics zum Bekenntnis

Die jüdische Gemeinde Freiburg zeigt am Tag der jüdischen Kultur Geschichten und Geschichte.

  1. Besucher können am Sonntag unter anderem die Synagoge besichtigen. Foto: Michael Bamberger

Wer neugierig ist, mehr über das jüdische Leben zu erfahren, muss sich den Sonntag freihalten. Denn da geht es um Bräuche, Feste, Feiertage, um die Synagoge, die Tora, koscheres Essen und Musik – kurz: um die jüdische Kultur. Und weil es an diesem Europäischen Tag der jüdischen Kultur auch um die Geschichte des Judentums im Allgemeinen und insbesondere um die der Freiburger Gemeinde geht "wird erzählt und erzählt und erzählt", sagt Irina Katz vom Gemeindevorstand.

Zum Beispiel wenn sie durch die Synagoge in der Engelstraße 1 führt. Irina Katz erklärt ab 10 Uhr "Basics über die Religion" und die Gemeinde in Freiburg, die sich 1945 wieder gegründet und heute 750 Mitglieder hat. Die Besucher können fragen und schauen, beispielsweise ins Ritualbad, die Mikwe. Danach schließt sich um 12 Uhr die Führung die von Benjamin David Soussan an. Der Landesrabbiner legt den Schwerpunkt eher auf Judentum und Tora, Liturgie und Bräuche – etwa die am jüdischen Neujahrstag Rosch Haschanah kommenden Mittwoch oder an Jom Kippur, dem höchsten Feiertag zehn Tage drauf.

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Die Führungen sind kostenlos. Ab zehn Uhr betreut das Jugendzentrum Ekew Kinder, die malen, basteln und jüdische Lieder singen können.

Viel zu erzählen hat der Holocaustüberlebende Felix Rottberger, der über den jüdischen Friedhof führt: Geschichten von denen, die dort beerdigt wurden, von sich und seiner Familie (Elsässerstraße 35, 15 bis etwa 16.30 Uhr, Spenden erbeten). Bereits um 14 Uhr beginnt am Stolperstein für Hans Arno Joachim (Friedrichstraße 54), der 1944 von der Gestapo verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde, ein kostenloser, anderthalbstündiger Rundgang mit Marlis Meckel. Sie initiierte, dass die Erinnerungstafeln auch in Freiburgs Gehwegen verlegt werden, und geht der Frage nach: "Stolpersteine erinnern, sind sie Kunst?"

Um die Kunst nämlich kreist der diesjährige Europäische Tag der jüdischen Kultur, der in dreißig Ländern zum besseren Kennenlernen stattfindet. In Freiburg steckt viel Musik im Sonntag: Igor Dubovsky singt mit tiefem Bass ab 16 Uhr im Gebetssaal der Synagoge neue und alte, weltliche und geistliche Lieder auf Jiddisch und Hebräisch. Holger Berndsen begleitet ihn am Klavier und spielt solo Mendelssohn-Bartholdy und Gershwin. Diese jüdischen Komponisten hat neben Bruch, Mahler und Ravel auch der Pianist Ilja Voskobojnikov im Programm, das um 20 Uhr im Gemeindesaal der Synagoge beginnt. Der Eintritt zu den Konzerten kostet 10, ermäßigt 5 Euro (kein Vorverkauf, Gemeindemitglieder kostenlos).

Mehr über die jüdische Gemeinde      Freiburg und das Programm im      Internet unter http://www.jg-fr.de

Autor: Simone Höhl