Brückerücken

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Sa, 11. März 2017

Freiburg

Schwere Teile, spektakuläre Arbeit: Laster karren in der Nacht auf Freitag riesige Teile der neuen Kronenbrücke an, ein Kran hebt sie über die Dreisam /.

Als die Männer auf der Baustelle über der Dreisam richtig loslegen, liegen viele Freiburger schon im Bett. Gegen 23 Uhr hebt der Kran das erste Riesenteil an, und bis 3 Uhr liegt auch das zweite Stahldreieck an seinem Platz, an dem es die neue Kronenbrücke mittragen wird. Die beiden Konstruktionen, die der Trupp von Spezialisten mit schwerem Gerät über der Dreisam einschweben lässt und an Ort und Stelle rückt, wiegen zusammen etwa 50 Tonnen. Und es ist nur die erste Fuhre.

Gestartet ist sie im österreichischen Steinach am Brenner. Zwei Schwerlasttransporter, jeder ein Stück Kronenbrücke mit beeindruckenden Maßen huckepack: 16 Meter Länge, 5,5 Meter Breite und fast 4 Meter Höhe. Wegen ihrer Überbreite brauchten sie auf dem kompletten Weg über die A 8 und A 5 Genehmigungen und Polizeibegleitung, erklärt am Freitag Johannes Scherer, Projektleiter vom Garten- und Tiefbauamt. Wegen einer Baustelle in der Ortenau mussten die 40-Tonner ein Stück über Land. "Das hat gut geklappt", sagt Scherer. Gearbeitet wurde nachts, weil die Laster auf dem letzten Stück erst ab 22 Uhr fahren durften und ein Teil der Stadtdurchfahrt gesperrt werden musste, was anfangs Stau verursachte. Die Vorarbeit begann um 20 Uhr. Der mobile Kran wurde aufgestellt und mit 80 Tonnen Stahlplatten als Gegengewicht gesichert, erklärt Scherer. Der Regen hatte nachgelassen, die Dreisam Hochwasser.

Ein Vorschlaghammer

nützt da nichts

Bauzaungäste sahen, wie das erste unhandliche Teil bald am Haken hing. "Es muss über die Dreisam angehoben und die Lage justiert werden, bis es passgenau platziert ist", sagt Scherer: "Sie können es nicht nochmal mit einem großen Vorschlaghammer bewegen." Aber die Bauarbeiter müssen es noch einen halben Meter zurechtrücken, wenn einige Stahlträger am Platz liegen. "Das sind nur Nuancen", meint Scherer, zum Feinjustieren genügen Pressen und Seilzüge.

Die alte Kronenbrücke wurde abgerissen, weil sie sanierungsbedürftig war und das Gewicht der Straßenbahn nicht verkraftet hätte. Über die neue wird die Rotteckringlinie führen, die 55 Millionen Euro kosten und Ende 2018 fertig sein soll. Die neue Brücke hat zwei Besonderheiten: Obwohl sie 40 Meter lang und filigran ist, wird sie aus Stahlbeton gebaut. Und darunter gibt es Unterspannungen, von denen nun die acht Teile fürs linke und rechte Ufer geliefert werden.

Dazwischen kommen Verbindungsrohre quer über die Dreisam. Sie müssen an den Knoten angeschweißt werden – Punkt für Punkt, zwei Monate soll die aufwändige Arbeit über der Dreisam dauern. Doch erst mal sollen noch drei Fuhren mit je zwei Stahlbauteilen ankommen: nächsten Dienstag- und Donnerstagabend, die letzte dann die Woche drauf.

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