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24. September 2009 18:19 Uhr

Streit um NS-Raubkunstwerk

Bund steuert 100 000 Euro für das Dix-Bild bei

Die Finanzierung des mutmaßlichen NS-Raubkunstwerk des Malers Otto Dix nimmt immer konkretere Formen an: Aller Voraussicht nach wird sich der Bund an einer Entschädigungszahlung in Höhe von einer Million Euro mit 100 000 Euro beteiligen.

  1. Das Bild „Max John“ von Otto Dix im Museum für Neue Kunst in Freiburg. Foto: Ingo Schneider

  2. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (links) bei seinem Besuch am 13. August im Museum für Neue Kunst. Foto: Privat

Am Donnerstag traf ein entsprechendes, an Oberbürgermeister Dieter Salomon gerichtetes Schreiben von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) im Freiburger Rathaus ein. Einzige Voraussetzung für den Zuschuss des Bundes ist, dass das Gemälde als nationales Kulturgut eingestuft wird. Dazu bedarf es zweier Expertengutachten. Im Rathaus geht man davon aus, dass diese Klassifizierung kein Problem ist.

Kulturstaatsminister Neumann war am 13. August auf Einladung von CDU-Bundestagskandidat Daniel Sander in Freiburg, wo er unter anderem die Augustinermuseumsbaustelle besuchte und sich im Museum für Neue Kunst direkt vor dem Dix-Bild von Sander und dem Leitenden Direktor der städtischen Museen, Tilmann von Stockhausen, den Fall erklären ließ.

Die Stadt freut sich sehr über die Entscheidung aus Berlin und sieht sich in ihrer Linie bestätigt, eine Entschädigung für das Bild zu zahlen, um es im Museum behalten zu können. "Es wäre eine große Unterstützung", sagte Daniel Sander gegenüber der BZ. Insgesamt soll die Erbin des jüdischen Anwalts Fritz Glaser, der von den Nazis verfolgt wurde und das Bild gezwungen war zu verkaufen, eine Million Euro erhalten. Davon will die Stadt Freiburg – so ein Gemeinderatsbeschluss im Juli – 370 000 Euro zahlen, den Rest sollen private und öffentliche Stiftungen übernehmen. Die Ernst-von Siemens-Kunststiftung in München hat bereits eine Zusage erteilt, angeblich soll sich ihr Beitrag auf 300 000 Euro belaufen.

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Autor: fz