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24. April 2012

CDU will im Vauban eine Energie-Erfindermesse installieren

Der Stadtteil Vauban soll Keimzelle für eine Energie-Erfindermesse werden – will die CDU vor Ort.

  1. Solarenergie ist heute allgemein etabliert. Was aber sind die Energiequellen von morgen? Foto: Michael Bamberger

Wenn’s um ökologische Fortschrittlichkeit und stadtplanerische Visionen geht, dann wird das Freiburger Vauban-Quartier gerne als Musterbeispiel hergenommen – national und international. Der rege Andrang von Besuchergruppen und das Medieninteresse aus aller Welt belegen dies. Doch ist das Innovationspulver nun verschossen? Droht Stillstand auf dem Ruhepolster der eingeheimsten Lorbeeren? Der CDU-Ortsverband Vauban mit seinen vier Mitgliedern will mit einer Erfindermesse vorbauen – und hat sich Unterstützung im Bundestag gesichert.

"Dass nun die Energiewende weg von der Atomenergie kommt, ist meines Erachtens der einzig richtige Weg", sagt Martin Braun, Vorsitzender des insgesamt vierköpfigen CDU-Ortsverbands Vauban – und wischt damit Jahrzehnte entgegengesetzt ausgerichteter Politik seiner Partei vom Tisch. Das ficht ihn nicht an. Ihm gehe es um etwas anderes. Was Braun aufgreift, beschäftigt viele Fachleute.

"Wenn wir auf Atomkraft verzichten und zugleich von fossilen Energieträgern weg wollen, dann werden die bis jetzt bekannten alternativen Energiequellen alleine nicht ausreichen", erläutert Braun – sei es aus technischen Gründen oder aus Gründen mangelnder Akzeptanz. Beim eigentlich unausweichlichen Ausbau der Windenergie, der Stromnetze und der Wasserkraft werde es Widerstand vor Ort geben, prophezeit Braun. "Was wir brauchen, sind darum ganz neue Ideen für die Energiegewinnung und das Energiesparen", schließt der Unternehmer seine Argumentation ab, "und deswegen wollen wir eine Erfindermesse für die Themen Energie und Mobilität, die hier in Vauban ihre Wurzeln hat."

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Ein Förderer in Berlin, Wohlwollen im Freiburger Rathaus

Am Donnerstag gewannen Braun und seine Mitstreiter vom Ortsverband einflussreiche Unterstützung. Der Konstanzer CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Jung war zu Besuch, ließ sich den Alternativstadtteil zeigen und erklärte dann, er werde die Idee mit der Erfindermesse nach Kräften fördern. Jung ist Mitglied im Umweltausschuss des Bundestags und in der CDU-Fraktion Beauftragter für Elektromobilität. Außerdem gehört der dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung an. Jung hob hervor, gerade in der südbadischen CDU habe es schon seit Mitte der 80er Jahre ökologische Bestrebungen gegeben, etwa in Form der "Grünen Charta Südbaden". An diese Tradition wolle er anknüpfen.

Im Freiburger Rathaus sieht man die Bestrebungen im Stadtteil positiv. "Das wird von uns grundsätzlich wohlwollend aufgenommen", so Rathaussprecher Walter Preker. Daniel Strowitzki, Prokurist bei der städtischen Messegesellschaft FWTM, erklärte auf Anfrage, man sei mit Martin Braun in Kontakt und versuche, zu einem tragfähigen Messekonzept beizutragen.

"Wir wollen mit der Erfindermesse gute Ideen und kapitalkräftige Unternehmer und Unternehmen zusammenbringen", sagt Braun zu seinem Konzept. Die Premiere könne er sich für 2014 vorstellen. Es seien aber noch viele Details zu klären. "Das soll ja keine CDU-Veranstaltung werden. Wir wollen nur den Anstoß geben", so der Unternehmer. Nach der Abwanderung der Intersolar-Messe nach München sei in Freiburg Raum für ein Forum rund um Energie und Mobilität. Braun: "Freiburg soll in diesem Bereich wieder führend werden. Ich bin sicher, wir können viele Ideen hierher bringen."

Autor: Holger Schindler