DAS MACHT SCHULE!

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Fr, 01. Dezember 2017

Freiburg

BERUFSINFO

Für die Zukunft

Wie geht’s nach der Schule weiter? Eine Frage, ein Schultag, 22 Gäste: Bei einer Berufsinformationsbörse konnten sich Schülerinnen und Schüler des Walter-Eucken-Gymnasiums und der Lessing-Realschule in der Wiehre bei 22 Betrieben und Institutionen über Ausbildungen und Studiengänge informieren.

KOOPERATION

Für künftige Ingenieure

Das Goethe-Gymnasium in der Innenstadt hat eine Bildungspartnerschaft mit der Sick AG in Waldkirch geschlossen. Damit stellten sie ihre langjährige Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage. Seit 2008 kooperieren die beiden, zunächst gab’s gemeinsame Projekte im naturwissenschaftlichen Unterricht, seit 2010 dann die Kooperation in der Junior-Ingenieur-Akademie des Goethe-Gymnasiums, ein Projekt, das von der Telekomstiftung gefördert wird. Jetzt wollen Schule und Firma die Zusammenarbeit vertiefen. Zum einen um die ökonomische, naturwissenschaftliche und technische Bildung zu stärken – Schüler bekommen Einblicke in die Berufswelt, ihr Übergang in Ausbildung oder Studium soll unterstützt werden. Anderseits kann Sick auf einige künftige Ingenieurskräfte hoffen. Geplant sind unter anderem die Teilnahme an der Woche "Technik 4 Teens" in den Osterferien und an der "Sick Summer University", Betriebsführungen, Workshops und die Begleitung von Ausbildungsinhalten in den Fächern Naturwissenschaft, Technik und Physik.

FLÜCHTLINGE

Für das Verständnis

Siebtklässler der Staudinger-Gesamtschule haben Besuch im Ethikunterricht von zwei syrischen Flüchtlingen, die in Freiburg wohnen. Mohammad Alsaka (27) und Mohammad Kaboul (20) erzählen den Schülerinnen und Schülern in Haslach ihre Geschichten. Beide sprechen gut Deutsch, zur Not helfen Lisa Ertle und Melanie Sandhaas, Studentinnen vom Projekt "Zeugen der Flucht", wie Lehrerin Catherine Pasdar berichtet.

Die Jugendlichen hören Alsaka zu, dessen Spitzname seit einem Buchstabendreher im Sprachkurs Alaska lautet: "Ich war elf Tage unterwegs, bin nachts von der Türkei mit dem Boot nach Griechenland übergesetzt. Das waren die schlimmsten sieben Stunden meines Lebens." Alaska, der eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis hat, erinnert sich an seinen Weg über die Balkanroute, an die Kälte, blaugefrorene Hände. Seine Heimatstadt Latakia sei ähnlich wie Freiburg – "schön, mit viel Grün und Bergen". Inzwischen studiert der frühere Bauingenieur in Freiburg soziale Arbeit und jobbt beim Radio.

Wie sein Freund Alaska ist auch Kaboul wegen des drohenden Militärdiensts vor zwei Jahren aus Syrien geflohen: "Ich hätte Dinge tun müssen, die ich nicht kann. Menschen verhaften, Menschen töten." Gemeinsam mit Leuten aus seinem Heimatdorf floh Kaboul über den Libanon und die Türkei nach Griechenland und von dort weiter nach Freiburg, wo er mit seinem Bruder und einem Freund nun in einer Wohnung zusammenlebt. "Habt ihr eigentlich Angst vor Männern mit Bart?", fragt er die Schüler.
Ressentiments abbauen wollen die Flüchtlinge und Studentinnen. Und die Begegnung für die Jugendlichen ist eindrücklich, so Catherine Pasdar. Das sonst abstrakte Flüchtlingsthema hat nun zwei Gesichter. "Gesichter, die oft lachen, aber auch nachdenklich machen."