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21. März 2012 18:50 Uhr

Neuer Mieter

Der "Kult-Penny" an der Bertoldstraße schließt

Er gilt als Kult unter Freiburgs Supermärkten, auch wegen der besonderen Kundenmischung. Doch bald ist Schluss: Der Pennymarkt an der Bertoldstraße macht dicht.

  1. Ein ganz besonderer Supermarkt: DerPenny-Markt an der Bertoldstraße weicht einer Modekette. Foto: Michael Bamberger

Der Pennymarkt in der Bertoldstraße 25, direkt gegenüber vom Kollegiengebäude II der Universität, schließt. Am Samstag, 7. April, ist zum letzten Mal geöffnet. Der Mietvertrag sei ausgelaufen und der Eigentümer des Ladengeschäfts habe das Mietverhältnis nicht verlängern wollen, teilte Anne Behrendt, eine Sprecherin des Unternehmens, auf Anfrage der BZ mit.

"Wir wären gerne dort gelieben", so Behrendt. Der Standort mit einer Verkaufsfläche von 260 Quadratmetern entspreche zwar nicht mehr ganz den eigenen Standards, etwa im Bezug auf die Größe, funktioniere aber gut und habe mittlerweile ja einen gewissen Kultstatus erlangt, so Behrendt in Anspielung auf die sozial buntgemischte Kundschaft, die unter anderm Studenten, Punks, Obdachlose, Büroangestellte und Hausfrauen umfasst, die hier gerne einkaufen. Der Markt, der im Jahr 1982 eröffnet wurde, wird stark frequentiert. Durchschnittlich 2500 Kunden kaufen während des Semesters täglich in der Bertoldstraße 25 ein – rund viermal so viele wie bei vergleichbaren Märkten, teilte der damalige Leiter des Marktes vor gut einem Jahr mit.

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Die zwölf Beschäftigten im Penny-Lebensmittelmarkt an der Bertoldstraße haben nach Angaben des Unternehmens alle das Angebot erhalten, in einer anderen Filiale in Freiburg oder im Umland weiterzuarbeiten. Weitere Pennymärkte gibt es unter anderem an der Habsburgerstraße, am Bischofskreuz, in Hochdorf, in Gundelfingen und in der March. Penny gehört zum Rewe-Konzern, beschäftigt knapp 44 000 Menschen, verfügt über rund 2400 Standorte in Deutschland und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 10,3 Milliarden Euro.

Unverständnis bei vielen Kunden

Anstelle des Lebensmitteldiscounters wird voraussichtlich Mitte Juni die Freiburger Filiale der Modekette Peter Hahn in der Bertoldstraße 25 einziehen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Textilunternehmens mit Sitz im schwäbischen Winterbach auf Anfrage der BZ. Bisher ist Peter Hahn in Freiburg in der Salzstraße 7 ansässig.

Peter Hahn agiert hauptsächlich als Versandhändler und gilt in der Branche als Anbieter im gehobenen Qualitäts- und Preissegment. Im Sortiment überwiegt Damenmode aus Naturfasern.

Das Ende des Pennymarkts stößt bei der Kundschaft teils auf offenes Unverständnis. So sagte gestern eine Kundin, die an der Bertoldstraße arbeitet und in der Mittagspause einkaufen kam: "Ich finde das total blöd, dass der Markt schließt. Es gibt nur wenige Lebensmittelläden in der Innenstadt und keinen, der so nah liegt." Ein älterer Herr aus dem Umland, der dort nach eigenen Angaben immer mal wieder einkauft, ergänzte: "Ich bedauere sehr, dass der Laden zumacht. Vom Preisniveau ist der günstiger als mancher andere."

Autor: Holger Schindler