Start in die Fasnet

Der Narrenpreis geht diesmal an Martin Horn – an seinem Namenstag

Hans Sigmund

Von Hans Sigmund

Mo, 12. November 2018 um 13:36 Uhr

Freiburg

Es ist wieder soweit: Die Freiburger Narren feierten mit dem Lichtanzünden im Bürgerhaus Zähringen den Start in die närrische Saison. Den Narrenpreis überreichten sie an OB Martin Horn.

Es herrschte großes Gedränge, als sich am Sonntagabend – sowohl der 11.11. als auch Martinstag – rund 300 festlich gekleidete Närrinnen und Narren zum Start in die närrische Saison zum Lichtanzünden und zur Übergabe des Narrenpreises an OB Martin Horn trafen.

Stinkwanzen und leere Bächle

Eine bunte Hästrägerschar füllte nach dem Einzug, musikalisch von der Ranzengarde begleitet, die Bühne im Bürgerhaus in Zähringen. Elferratspräsident Achim Wiehle führte so gekonnt durch den Abend, dass Matthias Moser, Oberzunftmeister der Breisgauer Narrenzunft (BNZ), außer der Begrüßung und gelegentlichem Repräsentieren kaum etwas zu tun blieb.



Als Erster erhielt der "Sevrin vu Härdere" (Uli Flamm, Lalli) das Wort und glossierte unter dem Motto "Z’Friburg in de Stadt, nit immer sufer ischs un glatt" so manches aus dem Freiburger Jahreslauf. Auch die Trockenheit – "un ins Bächle dabbe macht au kei Sinn, denn dert war au kei Wasser drin!" – machte er zum Thema. Als anschließend allen Narren das Licht angezündet war, verkündete der Münsternarr (Markus J. Weber, Fasnetrufer) mit lauter Stimme das Fasnetmotto: "Oft setzt man auf das falsche Pferd, an Fasnet liegsch Du nie verkehrt". Er berichtete ebenfalls vieles aus Lokal- und Weltgeschehen. So hatten es ihm die Stinkwanzen angetan: "Us China kummt des Stäbliesse, un jetzt die Wanze, meine Fresse!" Manchmal waren seine Verse so verschlungen, dass er sich selbst darin verhaspelte: "Doch wäscht man nicht den Fuß, den Linken, wird stets der linke Finken stinken!" Außerdem gab er gekannt, dass er nach der Fasnet nach 37 Jahren sein Amt als Münsternarr beenden wird ("das beste Ross verliert den Biss!") und erhielt als Dank für sein langes ehrenamtliches Engagement stehenden Applaus.

Das "Dorle us Zähringe" (Beatrice Männer, Burgnarren) übernahm auf ihre burleske Art die Laudatio auf den diesjährigen Narrenpreisträger, Oberbürgermeister Martin Horn. Sie sang zu der schwirrenden Säge, trank das Bier direkt aus der Flasche und nannte 100 Gründe, warum Martin Horn schon nach so kurzer Amtszeit diese Ehre zuteil werde. So habe er nicht nur drei Tage zuvor Geburtstag gefeiert und an diesem Abend Namenstag, sondern er sei auch in Hornhausen zur Welt gekommen. Bei so vielen Zufällen könne es nicht ausbleiben, dass die BNZ ihn ausgewählt habe. Auch die beiden Sänger "Kappo & Tschappo" (Andreas Lerner, Gerhard Albrecht, Fuhrleute) brachten mit ihren Rhythmen "Horni, Horni, Horn" den Saal zum Swingen.

Seinen Preis will Horn gegen Kinderarmut einsetzen

Dann gab es kein Halten mehr, OB Martin Horn wurde von zwei Elferräten auf die Bühne geholt und bekam mit gesetzten Worten den mit 1111,11 Euro dotierten Preis überreicht. Diesen will Horn für soziale Zwecke, vor allem gegen Kinderarmut, einsetzen. Gekrönt mit dem BNZ-Narrenhut, einem großen schwarzen Fuchsschwanz, bedankte sich der OB und gelobte, an Fasnet ein guter Protektor zu sein. Der Abschluss mit Narrentanz oblag der Protektoratszunft, den "Blauen Narren", die nächstes Jahr ihr 80-jähriges Bestehen feiern werden. Nach mehr als zweieinhalb Stunden ging das Programm zu Ende, es blieben noch anderthalb Stunden für Tanz und Bar. Im kommenden Jahr wird die BNZ den Konvent des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte in Freiburg ausrichten.