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29. Dezember 2016

Mode

Die Hip-Hop-Szene inspirierte Anton Würmlin zu seinen Freiburg-Textilien

"Freiburgs Finest" heißt das Modelabel, mit dem Anton Würmlin seit fast drei Jahren am Start ist. Noch entwirft der 25-Jährige die Klamotten mit Freiburg-Aufdrucken in seiner Freizeit. Doch der Industriemechaniker macht das nicht nur zum Spaß.

  1. Anton Würmlin hat seine Idee aus der Hip-Hop-Szene und glaubt, dass sich Freiburg-Textilien verkaufen. Ein Anfang ist geschafft. Foto: M. Bamberger

Gute Nachricht für Lokalpatrioten: Das kleine Modelabel "Freiburgs Finest" hat sich mit einer eigenen Kollektion auf Freiburg spezialisiert. Der Name der kleinen Großstadt steht unübersehbar auf Schirmmützen und auch auf den T-Shirts, denn alles dreht sich um Freiburg.

Das Modelabel hat Anton Sebastian Würmlin (25) Mitte 2013 mit einem Schulfreund gegründet. "Die Idee hat sich aus der Hip-Hop-Szene ergeben. Wir waren beide musikbegeistert, kannten die Musiker in und um Freiburg und waren überzeugt, dass Freiburg-Textilien laufen würden", erinnert er sich.

Er selbst ist im Stadtteil Haslach aufgewachsen und lebt auch heute dort. Er beauftragte einen Grafiker mit dem ersten Design: eine riesige plakative "79" – für die Freiburger Postleitzahl – dazu der Münsterturm. Die entsprechend bedruckten T-Shirts kamen als Pilotprojekt per Onlineshop in den Handel. "Wir haben die ersten 48 Exemplare schnell verkauft", so Würmlin. Und mit einer Investition von jeweils 1000 Euro konnten die beiden Gründer auch die folgende Produktion finanzieren.

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Die Motive entwickelt Anton Würmlin inzwischen selbst am Rechner, knüpft Kontakte, organisiert den Vertrieb, pflegt den Onlineshop, macht Buchhaltung und Marketing. Ein bis zwei Stunden ist er täglich damit beschäftigt, und zwar zu Hause nach Feierabend, denn er arbeitet als Industriemechaniker. Seine Models kamen bisher aus dem Freundeskreis. Für die Bilder engagiert er allerdings den Fotografen Florian Basler. Der Mitgründer habe ihn beim Paketversand und neuen Entwürfen unterstützt, sei aber diesen Sommer ausgestiegen.

Seit Anfang 2014 tritt ein Freund, der nicht genannt werden will, als Geldgeber auf; er hat 8000 Euro investiert. Produziert wird auf zwei Wegen: Kleinmengen bis 200 T-Shirts kommen aus Marokko und werden von einem Unternehmen in Halle veredelt, also bedruckt. In der Justizvollzugsanstalt Freiburg werden die Etiketten eingenäht. Bei größeren Mengen werden die T-Shirts komplett in der Türkei hergestellt. Der Komplettpreis liegt dann zwischen sieben und acht Euro.

Anton Würmlin trat von Anfang an als Kleinunternehmer gemäß Umsatzsteuergesetz auf. Dabei ist das Modelabel gewachsen – von 100 Euro Umsatz im Jahr 2013 auf rund 20 000 Euro in diesem Jahr; zum Gewinn macht er keine Angaben. Insgesamt 32 Artikel umfasst das Sortiment: Herren- und Damen-T-Shirts, sechs Motive in verschiedenen Farben(ab 19,95 Euro) sowie verstellbare "Snapback"-Mützen (29,95 Euro). Jüngere Leute kauften die Shirts wegen der Mode, ältere als Geschenk, sagt Würmlin. Es gibt auch Kunden-Feedback über E-Mail oder die Internetplattformen Facebook und Instagram; da wurde zum Beispiel angeregt, die Palette um Stadtbezirke wie "Beurbarung" oder "Unterwiehre" zu ergänzen.

Für Anton Würmlin ist "Freiburgs Finest" mehr als ein Hobby, das viel Spaß macht. Er will die nebenberufliche Selbstständigkeit ausbauen und knüpft auch Kontakte mit dem Einzelhandel. Kürzlich hat er sich das Label "Neighbourhood" ausgedacht; im Onlineshop dazu werden bereits T-Shirts für Mannheim und Karlsruhe angeboten.

Freiburgs Finest, Onlineshop http://www.freiburgs-finest.de Mail-Adresse info@freiburgs-finest.de; Direktverkauf bei Bonanza Mode, Auf der Zinnen 1, im Karlsbau.

Autor: Ursula Thomas-Stein