Geschäftsjahr 2015

Die kommunale "Freiburger Stadtbau GmbH" macht 13 Millionen Euro Gewinn - und investiert in neue Mietwohnungen

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Do, 12. Mai 2016

Freiburg

Der kommunale Konzern verdient gut als Bauträger – das sei nötig, um Sanierungen und neuen günstigen Wohnraum zu finanzieren.

Mit einem Überschuss von 13,2 Millionen Euro hat die städtische Wohnungsgesellschaft "Stadtbau GmbH" das vergangene Jahr abgeschlossen. Das sind fast fünf Millionen Euro mehr als im Vorjahr. "Der Gewinn verbleibt komplett im Unternehmen", sagte Geschäftsführer Ralf Klausmann am Mittwoch in der Bilanzpressekonferenz. Das sei nötig, um Sanierungen und vor allem den defizitären sozialen Wohnungsbau zu finanzieren.

Mit 11 075 Wohnungen, darunter fast 8300 eigene, ist die Stadtbau größter Vermieter und Verwalter Freiburgs. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 106 Millionen Euro gestiegen. Vor allem im Bauträgergeschäft hat das kommunale Unternehmen Geld verdient: vier Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. 73 neue Sozialwohnungen und 51 Eigentumswohnungen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr fertig gestellt worden. Gesamtvolumen: knapp 34 Millionen Euro.

Und die Stadtbau hat sich viel vorgenommen. In den nächsten fünf Jahren sollen bestehende Gebäude durch neue Häuser mit doppelt so vielen Wohnungen ersetzt werden: nämlich 1500 in den Stadtteilen Stühlinger, Haslach, Mooswald und Herdern. Das Investitionsvolumen beziffert Geschäftsführer Klausmann auf 300 Millionen Euro. Ein Beispiel ist die ECA-Siedlung an der Basler Straße. In drei Abschnitten sollen 147 Wohnungen abgerissen und innerhalb von vier Jahren durch gut 270 neue ersetzt werden. Die Kosten werden auf 60 Millionen Euro geschätzt. Das Projekt soll nächstes Jahr beginnen.

Ein Mix aus frei finanzierten und Sozialmietwohnungen soll auf dem geplanten dreieckigen Gebäude am Rennweg entstehen. Das habe der Aufsichtsrat so beschlossen, teilte Klausmann mit. Baubeginn für die bis zu 50 Wohnungen könnte im August nächsten Jahres sein.

Die Mieten der Stadtbauwohnungen lägen weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt: 6,27 Euro je Quadratmeter statt 7,75 Euro laut Mietspiegel. Für die Mieter, sagt Prokurist Dennis Voss, sei der Preis kein Thema. Stattdessen treibe sie der Wunsch nach größeren Wohnungen um oder das Zusammenleben mit den Nachbarn oder der Müll.

Von 355 Wohnungen, deren Sozialbindung ausgelaufen ist, konnten dank Landeszuschüssen 226 für weitere 15 Jahre verlängert werden. In diesem Jahr endet die Bindung von weiteren 75 Wohnungen in Rieselfeld und Brühl-Beurbarung. Derzeit laufe die Prüfung, ob die Bewohner die Voraussetzungen erfüllen, um die Sozialbindung ebenfalls zu verlängern.

Ein Plus von 1,2 Millionen Euro steuerten die Parkhäuser zum Ergebnis bei. Hingegen schrieb das Keidel-Thermalbad 300 000 Euro Verlust – nicht zuletzt wegen der Vorbereitungen für die große Sanierung der Technikanlagen für zehn Millionen Euro, die im Sommer beginnt.