Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
24. August 2011
Die Regale der Archive quellen über
Ein Verbundarchiv hat schlechte Chancen.
Das Verbundarchiv liegt bis auf weiteres bei den Akten. Die Zusammenlegung von Stadt-, Staats- und Uni-Archiv war lange geplant, in alle drei passt bald kein Blatt Papier mehr. Jetzt sagt die Universität, sie hat andere Prioritäten. Für Freiburgs Stadtarchiv muss schnell ein Plan B her. Das landeseigene Staatsarchiv hat schon einen, kein Wunder: im Oktober ist das letzte Regal an der Colombistraße voll.
Steigt die Uni aus der Verbundidee aus? "Im Moment ja", sagt Uni-Sprecher Rudolf-Werner Dreier. Ganz vom Tisch sei das Projekt nicht, die Realisierung höchst wünschenswert, allein es fehle das Geld. "Wir haben viele dringende Sanierungen wie die Chemie, da ist es nicht prioritär", erklärt Dreier. Auf längere Sicht könnte es in der Liste der Bauprojekte vielleicht nach oben rutschen. Ansonsten ginge es nur mit zusätzlichem Geld vom Land. Das Wissenschaftsministerium will sich weiterhin für ein Verbundarchiv einsetzen, heißt es in Stuttgart dazu. Dies gelte auch für die finanziellen Fragen. Konkreter wird das Fachressort nicht. In Freiburg heißt es hinter vorgehaltenen, aber zahlreichen Händen: Die Uni ist raus, das Projekt gestorben.
Werbung
Kurt Hochstuhl,
Leiter des Staatsarchivs
Der Leiter des Staatsarchivs hält die Verbundidee nach wie vor für eine prima Lösung mit vielen Synergien. "Eine Dreierbeziehung wäre besonders spannend", sagt Kurt Hochstuhl, "aber auch zu zweit kann’s ganz nett werden." Doch erstmal muss er praktisch denken: "Wir wissen nicht, ob das Verbundarchiv kommt, aber wir wissen, wir sind bald voll." Luft soll nun ein Außendepot unterm Sparkassenneubau in Unterlinden verschaffen.
Auch die Stadt steht zur Idee des Dreierbunds, doch Sprecherin Edith Lamersdorf sagt auch: "Das Verbundarchiv geht nur mit den beiden anderen Partnern." Freiburg muss gucken, wo das Stadtarchiv bleibt. Das sitzt an Salz- und Grünwälderstraße und hat höchstes Interesse am gemeinsamen Neubau, sagt Leiter Ulrich Ecker – "wenn er morgen kommt". Sonst nämlich wird’s auch da eng: Seine Regale sind 2015 voll. "Es ist unklar, ob das Verbundarchiv zustande kommt, es ist unklar, was mit dem Staatsarchiv passiert", sagt Lamersdorf, "und wir können nicht warten." Es braucht zumindest eine Zwischenlösung. Die Bürgermeisterrunde will sich im September wieder mit dem Thema beschäftigen.
Autor: Simone Höhl
