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25. Juni 2009

"Die Sprühdose allein zeigt wahres Können"

DREI FRAGEN an Martin Nitsche zur Kunst am Biergarten

Den Biergarten der Brauerei Feierling ziert seit neuestem ein ungefähr sieben Quadratmeter großes Wandgemälde. Martin Nitsche hat die Außenwand des Biergartens in der Gerberau neu gestaltet. In Schwarz-Weiß bannte der Sprühkünstler eine alte Freiburger Straßenszene auf die Wand. Charlotte Janz stellte ihm drei Fragen.

BZ: Wie kam es ausgerechnet zu diesem Motiv?

Nitsche: Ich wollte etwas sprühen, was mit dem Viertel hier zu tun hat. In der Gerberau wohnen viele alte Menschen. Das Bild sollte also alt aber auf keinen Fall kitschig sein. Ein Freund hat mir frühe Fotos der Gerberau aus dem Stadtarchiv besorgt. Ich wollte ein Schwarz-Weiß-Bild, weil es einem mehr Spielraum lässt, sich selbst etwas zu denken. Eines der alten Fotos, das mir besonders gefiel, habe ich auf die Wand übertragen. Um die ganze Stadt ins Bild zu integrieren, habe ich das Freiburger Wappen hinzugefügt. Richtigen Insidern fällt vielleicht auf, dass ich Freiburg gleich zweimal ins Bild hineingemalt habe: Die Farben des Kantons Freiburg sind Schwarz und Weiß.

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BZ: Wie sind Sie bei der Arbeit eines so großen Bildes vorgegangen?

Nitsche: Ich habe die Wand in Raster eingeteilt und dann Stück für Stück das Foto in der richtigen Proportion von meiner Skizze auf die Wand übertragen. Von oben habe ich mich nach unten durchgesprüht ohne Hilfsmittel und Schablonen. Nur die Sprühdose allein zeigt wahres Können. Da bin ich sehr konservativ. Insgesamt habe ich mit fünfzehn Farbtönen von transparent schwarz zu transparent weiß gearbeitet. Noch ist das Bild aber gar nicht fertig. Den letzten Schliff gebe ich ihm im Beisein von Frau Feierling. Einer Fläche fehlt noch Farbe und mein Logo muss auch noch drauf.

BZ: Muss man denn besorgt sein, dass so ein exponiertes Bild Schmierfinken anlockt, die es nach eigenem Gusto "verschönern"?
Nitsche: Ich habe Frau Feierling versprochen, dass das Bild so bleibt wie es ist. In gute Arbeiten von anderen reinschmieren, das macht keiner in Freiburg. Es ist immer eine Frage des Respekts. Außerdem hat mir Dr. Kremer, ein Zahnarzt hier in der Stadt, angeboten, die Kosten für eine Versiegelung des Bildes zu übernehmen. Dann ist es unzerstörbar. Farbe bleibt zwar auf der Oberfläche haften, kann aber mit einem Schwamm weggewischt werden.

Autor: cjz