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16. September 2017

Kandidatencheck

Adrian Hurrle (FDP) im Wahlkreis 281 Freiburg

Für Adrian Hurrle ist Wahlkampf eine anstrengende Angelegenheit. Immerhin arbeitet er Vollzeit – da geht selbst der Jahresurlaub für Plakatekleben und Podiumsdiskussionen drauf. Aber es mache trotzdem großen Spaß, versichert der Kandidat. Sein über alles geliebter Mops Levi unterstützt ihn dabei – als heimlicher Star in einem von Hurrles Wahlwerbevideos.

  1. Foto: Ingo Schneider

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"Was ich im Sinn habe..."

... ist mein Wahlkampfmotto: "zusammen wachsen". Vor einem Jahr habe ich mir überlegt, für was ich stehen möchte: für Zusammenhalt in der Politik, für Generationengerechtigkeit, für finanzierbare Bildung. Liberale Themen müssen wieder mehr Gewicht bekommen. Mich interessieren vor allem Bürgerrechte und Wirtschaftspolitik, da wäre eine Zusammenarbeit mit Grünen und CDU vorstellbar. Innerhalb der FDP würde ich mich in der Mitte verorten.  

Autor: si

"Was ich anpacken will..."

... sind Themen, die ich wichtig finde. Entbürokratisierung zum Beispiel. Es ist enorm wichtig, Unternehmen von Bürokratie zu entlasten – da sehe ich mich ganz in der wirtschaftsliberalen Tradition. Auch eine CO2-Abgabe fände ich sinnvoll – und die Abschaffung der Stromsteuer fordern wir von der FDP ja sowieso. Den Umweltaspekt möchte ich bei allen Themen im Auge behalten.  

Autor: si

"Mein Herz schlägt für..."

... jeden, der etwas erreichen möchte. Wer etwas schaffen möchte, wer dafür Anstrengungen in seinem Leben auf sich nimmt, den müssen wir entlasten. Und wer diesen Weg nicht gehen kann, den müssen wir in geeigneter Form unterstützen. Jeder Mensch braucht eine faire Chance. Auch Flüchtlinge: Das Asylrecht kennt keine Obergrenze, Asyl ist ein Menschenrecht. Aber für Wirtschaftsflüchtlinge brauchen wir ein Einwanderungsgesetz, klare Regeln, mit denen sie sich für Deutschland qualifizieren können und nicht den illegalen Weg gehen müssen.  

Autor: si

"An die Nieren geht mir..."

... wenn Europa in der Kritik steht. Europa ist so viel mehr als Bürokratisierung, Europa bietet enorme Chancen. Wie können wir es schaffen, dass das nächste Apple aus Europa kommt? Das gelingt nur mit einem gemeinsamen Markt. Wir sollten offene Grenzen beibehalten und nicht zurückfallen in Nationalismus, gerade im Dreiländereck. Und: Wir brauchen ein richtiges europäisches Parlament.  

Autor: si

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» Unser drängendstes Problem ist der Wohnungsbau, gar keine Frage. Wir brauchen einen neuen Stadtteil.
Wir müssen für die Infrastruktur, für Schulen, Straßen, Brücken, Geld in die Hand nehmen.

» Wir brauchen Glasfaserausbau auch auf dem Land. Da muss sich der Staat engagieren.

... für die Bundespolitik

Bildung: Wir müssen Schüler für die Digitalisierung fit machen und die duale Ausbildung aufwerten.
» Wir wollen eine faire Verteilung zwischen Staat und Bürgern, das heißt Steuerentlastungen.
Der Energie-Binnenmarkt für Europa – ein enormer Wachstumsmarkt.  

Autor: si

"Beweglichkeit in der Politik..."

... bedeutet, dass man reagieren muss auf eine Welt, die sich dauernd verändert und bewegt. Das heißt für mich: Wir müssen nach vorn schauen, Dinge neu denken, mal was wagen, und sich nicht immer an der Vergangenheit orientieren. Flüchtlingskrise, Dieselskandal, Bedrohung der Bürgerrechte – wir haben gute gesetzliche Grundlagen, um Ungewissheiten und Krisen zu meistern. An solche Probleme sollten wir mutig und frei rangehen.  

Autor: si

"Mein weiterer Weg führt mich..."

... immer noch nach Berlin. Wir wollen im Bundestag eine starke Fraktion werden, und dafür kämpfe auch ich. Auch wenn es für mich nicht für einen Einzug ins Parlament reichen sollte – für mich ist klar, dass ich mich weiterhin mit voller Leidenschaft als Liberaler engagieren werde, im Wahlkreis und in der Partei.  

Autor: si

ZUR PERSON: Adrian Hurrle

Der 31-Jährige ist in Konstanz geboren und dort bereits als 16-Jähriger in die FDP eingetreten. Er ist stellvertretender Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes und war 2016 im Wahlkreis Ersatzkandidat seiner Partei für die Landtagswahl.

Geboren: 7. Juli 1986
Wohnort: FR-Brühl-Beurbarung
Beruf: Zahnarzt

Karriere: Prothetiker an der Uniklinik Freiburg
Ausbildung: Studium und Staatsexamen an der Universität Freiburg; Promotion zum Dr. med. dent.

Parteimitglied seit 2002

http://www.adrian-hurrle.de  

Autor: si

NACHGEHAKT: Info

"Über fünf Prozent möchte ich auf jeden Fall kommen"

FDP-Kandidat Adrian Hurrle gilt als Wirtschaftsliberaler und verortet sich selbst in der Mitte seiner Partei. Mit Platz 20 auf der Landesliste hat er höchstwahrscheinlich keine Chancen, in den Bundestag einzuziehen. Das weiß er – und macht trotzdem leidenschaftlich gerne Wahlkampf.

BZ: Herr Hurrle, betrachtet man Ihre Vita und Ihre Selbstdarstellung in den sozialen Medien, dann sind Sie, pardon, das pure wandelnde Klischee: Zahnarzt, war schon mal auf dem Opernball und ist in der FDP.

Hurrle: Ich gebe alles zu. Es kommt noch schlimmer: Ich spiele auch noch Tennis und bin da Abteilungsleiter beim Polizeisportverein. Auf den Opernball in Wien hat mich damals übrigens ein Kollege aus Österreich eingeladen. Hat Spaß gemacht. Dort habe ich auch den ÖVP-Vorsitzenden Sebastian Kurz kennengelernt.

BZ: Passt das alte Klischee überhaupt zum neuen Style der FDP mit der One-Man-Show, die ihr Spitzenkandidat Christian Lindner abzieht?

Hurrle: Das mit der One-Man-Show stimmt nicht, finde ich. Wir haben viele Köpfe in der FDP, Katja Suding etwa oder Wolfgang Kubicki. Aber Lindner ist eben der begabteste Rhetoriker, da fragen die Medien immer ihn an, und so steht er im Fokus.

BZ: Nun ja, er inszeniert sich gezielt mit Drei-Tage-Bart und Unterhemd...

Hurrle: Darf ich korrigieren: Das ist kein Unterhemd, sondern ein weißes T-Shirt. Ich finde den Style ja gut, so locker und lässig. Auf meinem Wahlplakat sieht man ja auch, dass ich damit kein Problem habe. Warum auch? CDU und SPD stellen sich so dar wie immer, sind wie man sie kennt, wir dagegen wollen neu denken. Das soll man ruhig auch sehen.

BZ: Welches wären Ihre Themen, um die Sie sich im Bundestag kümmern würden?

Hurrle: Bürgerrechte und Wirtschaftspolitik.

BZ: Bei der letzten Bundestagswahl 2013 holte der damalige Freiburger FDP-Kandidat Sascha Fiek gerade mal 1,9 Prozent, ein ziemliches Desaster. Womit rechnen Sie dieses Mal?

Hurrle: Über 5 Prozent möchte ich auf jeden Fall kommen.

BZ: Halten Sie das für realistisch?

Hurrle: Ja.  

Autor: si

Autor: Simone Lutz