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27. Mai 2011
Ein Neustart für die Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsrat trifft sich.
Bisher lief’s nicht gut, nun soll das Ganze deutlich Fahrt aufnehmen: Wenn sich heute Nachmittag zum ersten Mal seit langer Zeit der Nachhaltigkeitsrat wieder trifft, wird einiges zu besprechen sein. Denn das Gremium, das so eine Art Vordenkerrolle für die Stadt in Sachen Nachhaltigkeit einnehmen sollte, hat bislang recht unbeachtet vor sich hin gewerkelt, der Frust unter den 39 Mitgliedern hat zugenommen. Das soll sich jetzt ändern. Nicht zuletzt durch eine Frau, die in der Stadtverwaltung ausschließlich dafür zuständig ist, frischen Schwung in den Nachhaltigkeitsrat zu bringen: die neue Leiterin des Nachhaltigkeitsmanagements in Freiburg, Steffi Kamp.
Nachhaltigkeitsrat? Es dürfte nicht viele geben, die mit diesem Begriff etwas anfangen können. Dabei gibt es den Rat bereits seit 2007, nachdem die Stadt den "Aalborg Commitments" beigetreten war. Damit verpflichten sich Städte weltweit, die Lebensqualität ihrer Kommunen zu verbessern. Der Nachhaltigkeitsrat soll ein Auge darauf haben, dass dies auch nachhaltig geschieht. Zusammengesetzt ist er aus Oberbürgermeister, Stadträten, der Stadtverwaltung, Experten aus Bereichen wie Umwelt oder Kultur und Vertretern der Zivilgesellschaft – also Basisgruppen, die aus dem Umfeld der Lokalen Agenda kommen.
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Doch trotz geballten Expertenwissens lief es nicht so richtig rund. In der Öffentlichkeit ging der Rat total unter, in der Stadtverwaltung lief er im Baureferat irgendwie nebenher mit, Aufgaben und Strukturen blieben unklar, und im vergangenen Jahr fielen sogar die beiden Sitzungen aus. "Das ist nicht gut gelaufen", sagt Steffi Kamp heute offen. Sie soll mithelfen, das zu ändern. Dazu hat Oberbürgermeister Dieter Salomon ihre Stabsstelle direkt bei seinem Büro angesiedelt.
"Ich hoffe, dass jetzt ein professionelle Prozessmanagement sichtbar wird", sagt Franz-Albert Heimer, der für den "Treffpunkt Freiburg" im Rat sitzt. So ein Rat sei wichtig, auch für Bürgerbeteiligung: "Wenn man was umsetzen will, muss man das mit denen besprechen, die es umsetzen sollen." Sozialexperte Klaus Poser findet, man habe im Rat auch gut gearbeitet, "das ging mit Lust an der Sache los, aber letztlich waren die Strukturen unklar". Elke Grosser vom "Eine Welt Forum" hält es für wichtig, die Zusammenarbeit von Gemeinderat, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu verbessern: "Freiburg hat genug Potenzial, aus dem man schöpfen kann." Das findet Steffi Kamp, die neue Koordinatorin, auch: "Jetzt müssen wir zu Ergebnissen kommen."
Autor: si
