Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

03. November 2011

Ein "staubfreierer" Name für die PH

Die Pädagogische Hochschule will nicht mehr so heißen und auch andere Inhalte / Hoffnung auf die Landesregierung.

Große Hoffnungen richtet die Pädagogische Hochschule (PH) Freiburg – vom Rektor bis zur Studierendenvertretung – auf die grün-rote Landesregierung, wie gestern beim "Dies Academicus" zur Eröffnung des Akademischen Jahres der PH deutlich wurde.

Nach fast 50 Jahren – das Jubiläum wird im kommenden Jahr gefeiert – wäre es an der Zeit für einen neuen "staubfreieren" Namen für die Pädagogischen Hochschulen, fand der Freiburger Rektor Professor Ulrich Druwe. "Bildungswissenschaftliche Universität" wäre sein Favorit. Grün-Rot als Opposition habe nichts dagegen gehabt. Und kosten würde eine Namensänderung auch nichts. Grund zum Optimismus sieht Druwe im Koalitionsvertrag: Er sieht vor, die Pädagogischen Hochschulen zu den Lehrerbildungszentren des Landes zu entwickeln.

Mit einer Namensänderung allein wäre es dabei aber nicht getan: Die Stufenlehrämter (Grund- und Sekundarstufe) sollten ebenso weiter entwickelt werden wie die Kooperation in der gymnasialen Lehrerbildung mit den Universitäten, wozu die PH Freiburg zwei Pilotversuche laufen hat mit der Uni Konstanz und der Musikhochschule Freiburg. Jeder Hochschultyp solle seine Stärken einbringen: die Universitäten die Fachwissenschaft, die PH Fachdidaktik und Bildungswissenschaften. Das Staatsexamen soll nach Druwes Vorstellungen bald der Vergangenheit angehören, die Lehrerbildung im Gegenzug bald auf die europäische Bachelor-Master-Struktur umgestellt sein – mit einheitlicher Studiendauer für alle Lehrämter und mit Rahmenbedingungen, die mit den europäischen Partnern abgeglichen werden. Politische Unterstützung mahnte Druwe für die "Europäisierung und Internationalisierung" der Bildung an, die sich gerade die PH Freiburg auf ihre Fahnen geschrieben hat mit den Europalehrämtern oder einem integrierten Lehramtsstudiengang mit Frankreich. Zu den in Aussicht gestellten Lehrerbildungszentren gehörte laut Druwe auch, sie mit der Weiterbildung für Lehrer zu betrauen und der bildungswissenschaftlichen Forschung größeres Gewicht zu verleihen.

Werbung


Immerhin, lobte Anne-Kathrin Deutrich, sei die PH Freiburg "die erfolgreichste im Land bei der Einwerbung von Drittmitteln". Auch für bauliche Verbesserungen fand die Hochschulratsvorsitzende lobende Worte. Aber "es gibt noch beträchtliche Defizite". Zusätzliche Flächen von mehr als 1000 Quadratmetern meldete sie an und wies auf eine Ungleichbehandlung von Unis und PHen hin.

Über die "hervorragende Zusammenarbeit" der PH mit der Stadt im Rahmen der Bildungsregion freute sich Oberbürgermeister Dieter Salomon. In einem heftig beklatschten Beitrag begrüßte Lena Sachs vom Asta-Vorstand die von Rot-Grün beschlossene Abschaffung der Studiengebühren und damit "den Wegfall eines mächtigen neoliberalen Steuerungsinstruments" sowie die Wiedereinführung der verfassten Studierendenschaft. "Sie sind überfällige Schritte bei der Abkehr von einer unternehmerischen hin zu einer demokratischen Hochschule".

PREISE

Insgesamt 17 Studierenden wurden für ihre hervorragenden Arbeiten Preise verliehen, die von unterschiedlichen Organisationen gestiftet wurden. Der von der Gleichstellungsbeauftragten ausgelobte Genderpreis 2010 ging an Professorin Gabriele Sobiech. Der PH-Lehrpreis wurde verliehen an Professor Thomas Martin Buck und Diplompädagoge Matthias Baumann.  

Autor: arü

Autor: Anita Rüffer