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13. September 2011

Dreisamhock

Experten erläutern die Renaturierung der Dreisam

Der Bürgerverein Oberwiehre/Waldsee hat seinen traditionellen Dreisamhock genutzt, um auf aktuelle Entwicklungen im Freiburger Osten aufmerksam zu machen.

  1. Alles im Fluss: Erich Linsin und Jörg Lange (rechts) zeigen, was aus der Dreisam werden könnte. Foto: rita eggstein

OBERWIEHRE. Wasserspezialisten informierten über die geplante Renaturierung der Dreisam und über Bestrebungen, den Lachs wieder heimisch zu machen.

Wie die Dreisam in ein paar Jahren zwischen der Jugendherberge und dem Sandfangweg aussehen soll, erläuterte Erich Linsin vom Regierungspräsidium. Ziel ist es, die einst begradigte Dreisam wieder annähernd in ihren natürlichen Zustand zu bringen. Damit verbunden sind behutsame Kiesaufschüttungen und eine Verlagerung des Fußweges in Richtung Kartäuserstraße. Unverändert bleibt das gegenüberliegende Ufer im Bereich des SC-Stadions und der Uni-Sportstätten.

Im dann erheblich langsamer fließenden und deutlich verbreiterten Gewässer sollen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen werden. Die Baukosten in Höhe von 900 000 Euro werden zu 42 Prozent von der EU bezuschusst. Der Gewässerspezialist ist zuversichtlich, dass in zwei Jahren mit der Verwirklichung eines ersten Bauabschnitts begonnen werden kann.

Da auch eine Aufwertung des Dreisamufers als Naherholungsgebiet angestrebt wird, forderte ein Veranstaltungsteilnehmer eine deutliche Verbesserung der hygienischen Bedingungen entlang des Ufers. Zusätzliche Abfalleimer und sanitäre Anlagen müssten aufgestellt werden: "Andernfalls verkommt das Ufer."

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Der Freiburger Gewässerspezialist Jörg Lange sieht gute Chancen, dass wandernde Fische auch in der Dreisam wieder heimisch werden könnten – dank der Kraftwerk-Fischtreppen entlang des Rheins, einer verbesserten Wasserqualität und der Renaturierung kleinerer Flussläufe. Der Buchautor geht davon aus, dass möglicherweise in fünf oder sechs Jahren die ersten Lachse wieder die Dreisam als natürliches Laichgewässer aufsuchen.

Beim Hock wurde zur Überraschung der zahlreichen Gäste das erste Bierfass von CDU-Stadtrat Daniel Sander angestochen, Otto Neideck war erkrankt. Das veranlasste den Bürgervereinsvorsitzenden Karl-Ernst Friederich, mit einem humorvollen Seitenhieb die Karriereaussichten des ambitionierten Kommunalpolitikers auf die Schippe zu nehmen: "Erster Bürgermeister ist Sander noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden." Passend zur spätsommerlichen Abendstimmung verwandelte die "Unit 5"-Oldie-Band dann den Biergarten mit einer Rock’n’Roll-Show für ein paar Stunden in einen Tanzpalast.

Ein ökumenischer Gottesdienst, Jazz und Blues mit den Hallelujah-Stompers – die dieses Mal ohne Ray Austin auskommen mussten, der ebenfalls erkrankt war – und Mitmachaktionen für die Kleinen trugen zum Gelingen des von ehrenamtlichen Helfern auf die Beine gestellten Stadtteilfestes bei. Am Sonntagabend äußerte sich Cheforganisator Theo Kästle in einer ersten Bilanz rundum zufrieden mit dem Festverlauf: "So lange Schlangen vor der Getränkeausgabe hatten wir noch nie!"

Autor: Andreas Peikert