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16. Januar 2012 10:28 Uhr

Reportage

Freiburg - Feldberg: Mit der Regiokarte auf die Skipiste

Von Freiburg auf den Feldberg mit Bahn und Bus: Das ist praktisch, verlangt aber Stehvermögen – sogar an Haltestellen und besonders auf der Rückfahrt. Eindrücke von einem Super-Ski-Wochenende.

  1. Feldbergwinter heißt auch warten: 20 Minuten vorm Lift und später im Stau oder an der Bushaltestelle. Foto: Kunz

  2. Trotz zusätzlicher Fahrzeuge ist der Run auf die Busse enorm. Foto: Thomas Kunz

Max Hotz und Niklas Thoma sind Snowboarder. Und sie sind früh dran: Um 8.10 Uhr geht der erste Zug von Freiburg los, der Anschluss auf den Feldberg hat. Um neun sind die beiden Zehnjährigen am Bahnhof Bärental, um kurz vor halb zehn kommt der Anschluss-Bus am Feldbergerhof an. Da stehen die Autofahrer schon in einer langen Warteschlange an der Lift-Kasse. Von da an heißt es zügig liften und abfahren, denn um 14.30 Uhr müssen die beiden Jungs wieder auf den Bus: "Bei den späteren Bussen wird’s stressig, da mussten wir auch schon warten bis der nächste kam, weil’s zu voll war."

Gute Laune trotz Verzögerungen

Sehr voll seien die Busse tatsächlich zu den Spitzenzeiten, bestätigt Volker Haselbacher, Geschäftsführer vom Liftverbund Feldberg, "speziell bei gutem Schnee, Sonne und Alpensicht ist da viel Traffic." Ein Mix wie an diesem Wochenende. Aber schon zwischen den Jahren, beklagen BZ-Leser, haben die Busfahrer an solchen Tagen hin und wieder mit Verweis auf nachfolgende Busse Passagiere stehen lassen müssen. Zwei Stunden habe sie am Feldberg warten müssen, erzählt beispielsweise Simone Pflüger, als sie Ende Dezember an einem Schönwetter-Ferientag nach einer Schneeschuhtour mit Bus und Bahn zurück nach Freiburg wollte.

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"So was ist natürlich sehr ärgerlich", sagt Volker Haselbacher, "und alle sind bemüht, solche Situationen zu vermeiden." An diesem Wochenende klappt dieses Vorhaben einwandfrei. Die kleine Reise von Freiburg auf den Feldberg und zurück mit den öffentlichen Verkehrsmitteln verlangt zwar manchem Wintersportler Stehvermögen ab, aber alle kommen gutgelaunt an. Dabei müssen einige tatsächlich auf nachfolgende leere Busse warten, sogar schon bei der mittäglichen Anreise, als um eins ein voller Bus von Bärental die letzte große Fuhre Skifahrer und Snowboarder in den Schnee bringt.

10.000 Sportler sind das, die da an einem Prachttag auf den Feldbergpisten unterwegs sind. Dazu kommen Langläufer, Schneeschuhgänger und Spaziergänger, zählt Volker Haselbacher auf, "ein Riesenaufkommen, das sich bei der Anreise erfahrungsgemäß über einen größeren Zeitraum verteilt, bei der Abreise aber nahezu schlagartig aufbricht."

Höllentalbahn kann pro Stunde etwa 700 Menschen befördern

Das berichten auch die beiden ehrenamtlichen Info-Scouts Lena Pfefferle und Heiderose Pfrengle. Die Physiotherapeutin und die Sachbearbeiterin kennen sich gut aus am Feldberg – und beobachten häufig, wie der geballte Abreiseverkehr nahezu unausweichlich langwieriger ist. "Der Individualverkehr und die Busse – das lässt sich kaum entzerren", stellt Lena Pfefferle fest, "denn bis zur letzten Bergfahrt auf den Liften um halb fünf will man dann auch seine Liftkarte und das Superwetter ausreizen." Luft ist weiter vorne drin, findet sie – und das finden auch die beiden jungen Snowboarder, Max und Niklas: "Wenn wir schon um neun anfangen könnten mit boarden, würde sich für uns auch die Vormittagskarte lohnen – und wir wären mittags wieder weg, ganz ohne den Bus-Stress."

Um den zu mindern, hat die Südbaden Bus GmbH (SBG) zusätzlich zu ihren fahrplanmäßigen Bussen an Spitzentagen auch noch sogenannte Verstärkerbusse anderer Busunternehmen – wie die Firma Steiert aus Hinterzarten – im Einsatz. Allein diese Entlastungsfahrten bezuschusst der Liftverbund Feldberg jährlich mit 120.000 Euro. Nur lassen sich damit weder die Busspuren freihalten, wenn sich bei der kollektiven Abreise alles oben staut, noch lässt sich damit die Kapazität der Höllentalbahn steigern. Die kann pro Stunde etwa 700 Menschen von Bärental nach Freiburg bringen. "Die erwachsenen Snowboarder gehen in die Kneipe und warten auf den letzten Bus um 18.30 Uhr", erzählt Max, "der ist nie so voll wie die Busse um 16.30."

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Autor: Julia Littmann