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01. April 2009 16:12 Uhr

Die Standortsuche läuft

Freiburg will mehr Windräder

Der Wille ist da, aber die Planungshürden sind hoch: Der Freiburger Gemeinderat will die Windkraft ausbauen. Die Suche nach Standorten läuft derzeit am Rosskopf.

  1. Ist am Rosskopf noch Platz für zwei neue Windräder? Die Standortsuche läuft. Foto: Ingo Schneider

Im Gemeinderat gibt es quer durch die Fraktionen große Einigkeit: Die Windkraft in Freiburg soll ausgebaut werden – offen ist nur noch wann und wo. Am Rosskopf laufen derzeit Windmessungen für mögliche neue Standorte. Die Ergebnisse sollen in etwa vier Wochen vorliegen, hofft Andreas Markowsky, Chef von Regiowind und Betreiber der bestehenden sechs Rotoren, von denen fünf auf Freiburger Gemarkung stehen.

Diese fünf Rotoren liefern derzeit 1,3 Prozent des Freiburger Strombedarfs. Zwei zusätzliche Anlagen könnten dank der verbesserten Leistungsfähigkeit der neuen Windmühlen-Generation diesen Anteil auf 2,1 Prozent erhöhen, erklärte Baureferent Norbert Schröder-Klings. Das Problem ist nur: Die Freiburger Wünsche prallen im Moment noch an den Beschränkungen des Regionalplanes ab. Darin ist zwar ein so genanntes Vorranggebiet am Rosskopf ausgewiesen – in diesem Gebiet stehen aber bereits Mühlen. Mehr Windräder können nicht auf die ausgewiesene Fläche gebaut werden, weil sich die Anlagen sonst gegenseitig Wind wegnehmen würden.

Bleibt noch die Möglichkeit, über ein "Zielabweichungsverfahren" Standorte genehmigt zu bekommen, die knapp außerhalb des Vorranggebietes liegen. Es gibt allerdings im Moment keine präzisen Vorgaben, so Schröder-Klings, wie weit außerhalb des Plans sich diese Standorte befinden dürfen. Im Rathaus geht man von einem Spielraum von 300 bis 500 Metern aus. Zwei Standorte im Rosskopfgebiet waren zuletzt in der engeren Wahl: Der Ottilienstein westlich der bestehenden Windräder und der "Kleine Rosskopf" südlich davon liegen allerdings 920 und 1050 Meter außerhalb des Vorranggebietes und wohl jenseits der "Toleranzschwelle".

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Derzeit werden nun näher gelegene Standorte untersucht, sagt Andreas Markowsky von Regiowind: Die Ausgangslage sieht er als schwierig an: Denn die Möglichkeit der "Zielabweichung" ist einerseits eingeschränkt, während andererseits die Windmühlen einen ausreichend großen Abstand voneinander brauchen. Gelingt es nujn nicht, neue Windmühler per "Zielabweichung" genehmigt zu bekommen, könnten neue Anlagen regulär erst nach Änderung des Regionalplans und damit nach 2011 gebaut werden.

Und dennoch: In Freiburg lobt man, dass die Landesregierung ihre einstige Windkraft-Aversion überwunden hat und die Zahl der Mühlen vervierfachen will. Eckart Friebis von den Grünen forderte in der Gemeinderatsdebatte am Dienstag, mehr Flexibilität bei der Genehmigung von Windkraftanlagen: "Erst dann werden wir sehen, ob die neuen Töne nur heiße Luft sind oder eine neue Einsicht." Seine Einstellung zur Windkraft korrigiert hat CDU-Stadtrat und Landtagsabgeordneter Bernhard Schätzle. Er plädierte für einen Ausbau der Windkraft – in einem geordneten Verfahren mit der Regionalplanänderung. Hans Essmann (SPD) sieht im Schauinsland den optimalen Standort: "Der muss wieder in die Diskussion", verlangte er. Und: Das Recht, Windkraftflächen auszuweisen, sollte wieder an die Kommunen und Verwaltungsverbände zurück gegeben werden.

Autor: Joachim Röderer