Shopping

Freiburger Einzelhändler fordern verkaufsoffenen Sonntag

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Fr, 15. Juni 2018 um 15:04 Uhr

Freiburg

Die Werbegemeinschaft "Z’Friburg in der Stadt" wünscht sich einen verkaufsoffenen Sonntag. Der Gemeinderat hat dies bisher immer abgelehnt. Die Einzelhändler wollen nun positive Signale aus den Fraktionen bemerkt haben.

Vorsitzender Stefan Huber berichtete gegenüber der BZ von Gesprächen mit mehreren Gemeinderatsfraktionen. "Da gab es Signale, dass etwas gehen könnte." Eine Umfrage der BZ indes bestätigt diese Hoffnung nicht.

"Wir wollen Drive in die Sache reinkriegen", sagt Vereinsvorsitzender Stefan Huber vom Tabakgeschäft Stefan Meier an der Rathausgasse. In der jüngsten Versammlung seien sich die vertretenen Betriebe einig gewesen. 108 der 600 Geschäfte in der Innenstadt sind Mitglied bei der Werbegemeinschaft "Z’Friburg in der Stadt".

Die Händler in der Innenstadt fühlten sich von der Kommunalpolitik im Stich gelassen, sagt Huber. Er verweist auf die sinkende Frequenz in den Läden und Kaufhäusern. Eine Folge der Internetkonkurrenz. Früher habe es auch vereinsintern kritische Stimmen zum Verkaufssonntag gegeben. "Seit einigen Jahren sind wir geschlossen dafür."

Ein Mega-Samstag für einen Verkaufssonntag?

Die Händler suchen bereits nach dem rechtlich nötigen "Anlass", den es für die Genehmigung eines verkaufsoffenen Sonntags braucht. Und dieser Anlass muss mehr Publikum anziehen als die offenen Läden. Huber hat schon Ideen, die er aber nicht verraten will.

Zuletzt hat der Gemeinderat im Februar 2012 einen Antrag auf Verkaufssonntag abgelehnt, und zwar mit deutlicher Mehrheit und quer durch die Fraktionen. Die Stadtverwaltung hatte eine Genehmigung vorgeschlagen, um dem Handel einen Ausgleich für die Umsatzeinbußen durch den Papstbesuch im September 2011 zu ermöglichen. In der hitzigen Debatte kam sogar zu einem Eklat, nachdem Oberbürgermeister Dieter Salomon die Gegner als Fundamentalisten bezeichnet hatte. Der erste ebenso erfolglose Vorstoß datiert aus dem Jahr 2006, der bislang letzte aus dem Jahr 2015.

Nur Grüne, Freie Wähler und FDP unterstützen den Vorstoß

Nun also ein weiterer Versuch. Die Einzelhändler in der Innenstadt würden sogar einen der beiden Mega-Samstage im Jahr gegen einen Verkaufssonntag tauschen. Der Vorstand habe bereits Gespräche mit den Fraktionen im Gemeinderat geführt. Nähere Angaben will Stefan Huber nicht machen, nur so viel: "Es gibt Licht am Ende des Tunnels."



Doch die Reaktionen aus dem Gemeinderat bestätigen Hubers Optimismus nicht. Unverändert ablehnend ist die Haltung bei CDU (9 Sitze), SPD (8), Unabhängigen Listen (7) und von Junges Freiburg, Die Partei, Grüne Alternative (4). Ebenfalls dagegen ist Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (4). Kontrovers diskutiert werde das Thema bei den Grünen (11), teilt Stadtrat Timothy Simms mit. Eine Mehrheit spreche sich für einen Verkaufssonntag aus, in der Wahlperiode zuvor sei das die Minderheit gewesen. Die Freien Wähler (3) können sich immerhin einen Tausch gegen einen Megasamstag vorstellen. Und die FDP (2) steht weiterhin zum Verkaufssonntag. "Wie wäre es mit dem Stadtjubiläum als Auftakt und Test?", fragt Geschäftsführer Christoph Glück.

Damit scheint die Ablehnung eines verkaufsoffenen Sonntags unverändert groß. Mehr noch: Während Oberbürgermeister Dieter Salomon die Forderung der Einzelhändler unterstützte, hat sich Nachfolger Martin Horn im Wahlkampf dagegen positioniert.

Mehr zum Thema: