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14. Februar 2011

Junge Europäer helfen im „Jahr der Freiwilligkeit“

Knöpfe kleben mit dem italienischen Dolmetscher, Bilder malen mit der polnischen Philosophin: Im „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“ gibt es auch in Freiburg eine Reihe von jungen Europäern, die soziale Einrichtungen unterstützen. Jetzt sind weitere Institutionen gesucht.

  1. Die Polin Anna Golinska und der Italiener Federico Fusco arbeiten beim Europäischen Freiwilligendienst in einem Kindergarten im Stühlinger. Foto: Thomas Kunz

Federico Fusco (25) aus Italien und Anna Goliska (26) aus Polen sitzen in der Kindertagesstätte der gemeinnützigen GmbH Concept Maternel im Stühlinger an kleinen Tischen und kleben mit Kindern Knöpfe und Perlen auf Bilderrahmen. Beide sind mit dem Europäischen Freiwilligendienst (EFD) nach Freiburg gekommen und fühlen sich wohl. "Mir gefällt die Arbeit mit den Kindern, jeder Tag bringt Neues und Überraschendes", sagt Federico. Er ist seit einem Jahr dabei und hat seinen Aufenthalt nun verlängert. "Ich finde es toll, dass ich mir selbst Aktivitäten überlegen kann, die ich mit den Kindern machen will", schwärmt er. Sein neuestes Projekt ist ein spielerischer Italienisch-Sprachkurs.

Die Kommission der Europäischen Union hat das Jahr 2011 zum "Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit" ausgerufen. Der Verein "Europa-Union Freiburg" und das Freiburger Steinbeis-Innovationszentrum "European Projects" rücken den EDF am Donnerstag in einer Veranstaltung in der Uni in den Mittelpunkt. Er eröffnet jungen Menschen die Möglichkeit, im europäischen Ausland in sozialen Einrichtungen mitzuarbeiten, um so eine "interkulturelle Lernerfahrung" zu machen.

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Iris Weidemann, Geschäftsführerin bei Concept Maternel, ist rundum zufrieden mit den Freiwilligen: "Ich erlebe die jungen Leute als sehr zuverlässig, und sie bringen ihre kulturelle Identität in die Arbeit ein", sagt sie. Natürlich gebe es am Anfang ein paar Probleme mit der Verständigung, "aber so erweitern auch die Kinder ihren Horizont und Kommunikation läuft ja nicht nur über die Sprache."

Kost, Logis, Taschengeld – und neue Ideen

Die beiden Freiwilligen haben ihre Unterkunft bei Concept Maternel. Andere quartieren ihre Freiwilligen auch extern ein. Kost und Logis tragen die Einrichtungen, alle anderen Kosten finanziert die EU, inklusive eines monatlichen Taschengeldes von 105 Euro plus einer Regiokarte. Heidrun Walter, Projektleiterin bei der Steinbeis-Stiftung und zuständig für die Betreuung der Freiwilligen vor Ort, sieht den EFD als "Win-Win-Projekt" – sowohl die Freiwilligen als auch die aufnehmenden Einrichtungen profitieren. Sie möchte in Freiburg gerne mehr Institutionen gewinnen, die europäische Freiwillige aufnehmen: "Ich kann mir vorstellen, dass sie bald ein wichtiger Ersatz für die abnehmende Zahl an Zivildienstleistenden werden könnten", meint sie.

Anna ist im Oktober aus Danzig gekommen. Die studierte Philosophin hat sich den Einstieg etwas einfacher vorgestellt. Am Anfang konnte sie kaum Deutsch: "Ich dachte, die Kinder könnten mir erklären, wenn ich etwas nicht verstehe, aber das funktionierte nicht immer." Inzwischen ist das Eis gebrochen und sie kommt gut klar: "Am liebsten bastle und male ich mit den Kindern." Die Zeit in Deutschland will sie auch nutzen, um Entscheidungen über ihre berufliche Zukunft zu treffen. Federico ist da schon einen Schritt weiter. Der studierte Dolmetscher für Deutsch und Englisch will auf jeden Fall weiter mit Kindern arbeiten. "Ich kann mir vorstellen, Grundschullehrer zu werden – am liebsten in Freiburg."

"Europa in Freiburg": Veranstaltung über den Europäischen Freiwilligendienst am 17. Februar, 19.30 Uhr, Uni, Kollegiengebäude I, Hörsaal 1023. Mehr Infos unter http://freiburg.eubw.eu

Autor: Petra Völzing