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19. Januar 2016

Sparsamkeit

Fünf Unternehmen senken Kosten und Umweltbelastung durch Ecofit-Programm

Es scheint ein Konzept zu sein, bei dem es nur Gewinner gibt: das Ecofit-Programm der baden-württembergischen Landesregierung. Die Stadt Freiburg hat zum vierten Mal eine Projektrunde ausgerichtet. Fünf Betriebe haben teilgenommen.

  1. Wolfgang Burger, EDV-Leiter des Freiburger Max-Planck-Instituts für Immunbiologie und Epigenetik, arbeitet im neuen, energieeffizienten Serverraum. Foto: Michael Bamberger

Sie haben ein Jahr lang erklärt und eingebläut bekommen, an welchen Stellschrauben sie drehen und wo sie investieren können, um ihre Kosten und zugleich auch nachteilige Effekte für die Umwelt zu reduzieren. Das Spektrum reicht dabei von der Benutzung von Recyclingklopapier bis hin zur Installation eines neuen energieeffizienten Serverraums.

Der neue Serverraum befindet sich im Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik im Stübeweg 51 im Industriegebiet Nord. Die Forschungseinrichtung mit rund 350 Beschäftigten hat etwa 190 000 Euro investiert, um die Computeranlage möglichst energieeffizient zu betrieben – "Green-IT" heißt das im Fachjargon. Zwar werden der ökonomische und ökologische Effekt in der Broschüre zum Abschluss des jüngsten Ecofit-Projekts nicht genau beziffert – doch die seien merklich. Genauer ist der Bericht,was die Umstellung auf Umweltkopapier aus 100 Prozent Altpapier angeht. Dafür hat das Institut 4600 Euro investiert – und erspart jährlich 700 Euro an Kosten sowie der Umwelt 158 Liter Wasserverbrauch.

Acht Workshops, vier Vor-Ort-Termine

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Mitgemacht haben außerdem die Implenia Regiobau GmbH, früher Bilfinger-Regiobau, in der Hans-Bunte-Straße 12 (ebenfalls Industriegebiet Nord) mit knapp 30 Beschäftigten, eine Freiburger Tochtergesellschaft des französischen Pharmazie- und Kosmetik-Unternehmens Pierre Fabre in der Jechtinger Straße 13 (Gewerbegebiet Haid) mit etwa 300 Beschäftigten, der Kirchzartener Maschinenbauer Halstrup-Walcher mit rund 110 Beschäftigten sowie das Bitumen-Unternehmen Deutsche Bimoid GmbH mit 15 Beschäftigten in der Engesserstraße 5 a (Industriegebiet Nord).

"Für uns in der Firmengruppe ist der Aspekt erneuerbarer Rohstoffe schon lange wichtig", sagt Bimoid-Chef Klaus Geuder. Er selbst hat bereits einmal in Bayern einen Umweltpreis erhalten: "Ich denke, es ist wirklich an der Zeit, dass wir umdenken und die Ökologie mitbedenken", so Geuder. Die Produkte von Biomid werden vor allem im Straßenbau eingesetzt.

Die teilnehmenden Betriebe haben im Lauf des vergangenen Jahres acht Mal Mitarbeiter zu Workshops entsandt, bei denen diese Einsparpotenziale erarbeitet und die entsprechenden Rahmenbedingungen, auch rechtliche Aspekte, kennengelernt haben. Veranstaltet hat diese Workshops das Stuttgarter Beratungsunternehmen Arqum. Es ist seit Beginn des Ecofit-Programms vor zehn Jahren als Consulting-Dienstleister dabei – und hat auch bei allen drei früheren Freiburger Ecofit-Runden als Berater fungiert. Zusätzlich zu den Workshops gab es jeweils noch vier Vor-Ort-Termine in jedem Unternehmen.

Das Land hat rund 17 000 Euro an Steuergeld in diese vierte Freiburger Ecofit-Runde gesteckt, die Stadt selbst weitere 6000 Euro. Die Firmen selbst leisten Eigenanteile, Biomid etwa rund 1500 Euro. Alles in allem haben die Firmen binnen eines Jahres 59 000 Euro an Kosten eingespart, sowie gut 240 000 Kilowattstunden Energie und 134 Tonnen Kohlendioxid. Und dazu dürfen sich alle mit einer Ecofit-Urkunde schmücken, welche ihnen Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik gestern aushändigte.

Autor: Holger Schindler