Hängenbleiben in Peru

Pascal Lienhard

Von Pascal Lienhard

Di, 03. Januar 2017

Freiburg

Frederik Schmid ist als Teil eines Gitarrenduos in Lateinamerika unterwegs.

Den Alltag hinter sich lassen, neue Kulturen und Menschen kennen lernen – dafür sind Frederik Schmid und Benedikt Grundberger, das Freiburger Gitarrenduo "Eucalypdos", im September nach Südamerika aufgebrochen. Aber irgendwie sind die beiden erstmal in Peru hängengeblieben.

Erst in der Hauptstadt Lima, dann ging es über Puno am Titicacasee weiter nach Cusco. Vor allem der Aufenthalt in der Metropolregion Lima dauerte länger als erwartet. "Das hätten wir nicht gedacht, aber es ging dort so gut los, dass wir bleiben wollten", sagt der 26-jährige Frederik Schmid.

Vor allem der weltoffene Künstlerstadtteil Barranco hatte es ihnen angetan. Hier sind sie direkt in die lokale Musikszene hinein gekommen und konnten mit ihrer Gitarrenmusik punkten: "Man merkt, dass unsere Musik sich stark von dem abgrenzt, was die Leute kennen. Das braucht für manche Gewöhnungszeit", bemerkt Schmid. Funktioniert hat es: "Wir haben für peruanische Verhältnisse schon ordentlich was verdient."

Auch in Cusco, der einstigen Hauptstadt des Inkareichs, fühlten Schmid und Grundberger sich wohl: "Wir haben schöne Erfahrungen mit Straßenmusik gemacht", berichtet Schmid. In Bars und Restaurants wird zwar lieber andere Musik als die von "Eucalypdos" gespielt, aber das ist nicht weiter schlimm. "Wir erleben hier kulturell und historisch eine ganze Menge toller Sachen", meint Schmid, zum Beispiel einen Abstecher zur Ruinenstadt Machu Picchu und einige Tage im Urwald.

Schmid hält seine Zeit in Südamerika für einen Gewinn fürs Leben: "Bisher habe ich das Gefühl, Wesentlicheres als während meines Studiums zu lernen und das spaßbringender", erklärt er. "Das ist sinngebend und stärkt wahnsinnig das Selbstbewusstsein."

Dabei war der Start der Reise für ihn alles andere als stressfrei: Eine Bachelorarbeit in Englisch und eine Hausarbeit in Philosophie waren noch abzuliefern. Jetzt ist der Musiker dabei, viel Neues zu lernen. "Neben der Musik widme ich mich intensiv dem Spanisch, Salsatanzen, der Inkahistorie und insgesamt der Geschichte Perus."

Auch musikalisch geht es voran. Das betrifft nicht nur neue Kompositionen von "Eucalypdos"; auch ein Videoclipdreh an der Küste Limas stand schon auf dem Programm. Für Fans in der Heimat veröffentlicht das Duo Reisetagebuch-Videos.

Ihre Spontanität wollen die beiden sich bewahren. Ideen, wie der Trip weiter gehen soll, gibt es viele, konkrete Pläne allerdings nicht: "Wir halten das alles bewusst sehr vage." Kein Problem, denn geplant ist eine Reise von mindestens einem Jahr. Das zu wagen, sagt Frederik Schmid, sei "eine absolut gesunde und wiederholenswerte Erfahrung".

Informationen sowie Videos, Fotos, Musik und Bilder finden sich auf der Homepage des Duos unter http://www.eucalypdos.de