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10. August 2012 10:57 Uhr

Strandbad-Aktion

Hier pumpt das Herz des Freiburger Strandbads

Die Luft ist noch frisch um kurz vor 9 Uhr im Freiburger Strandbad, im Becken hat's schon 24 Grad. Das kommt nicht von ungefähr, sondern vom Keller: Der steckt voll Technik: Pumpen, Rohre, Filter, Steuerungen und, klar, Schwimmer.

  1. Immer den Rohren nach: Unterm Freiburger Strandbad wird das Wasser für die Becken kontrolliert, gereinigt, aufgewärmt und aufgepimpt. Foto: Simone Höhl

  2. Die Schaltanlage unterm Strandbad im Freiburger Osten, die alle Pumpen zur Umwälzung steuern. Foto: Simone Höhl

  3. Die Katakomben des Freiburger Strandbads stecken voller Technik. Foto: Simone Höhl

Oben schwimmt's, unten brummt's: In den Katakomben zwischen den Schwimmbecken steckt die Technik des Bads: "Das ist das Herzstück", sagt Betriebsleiter Michael Lorenz. Der 43-Jährige steht neben quietschgelben Schaltkästen, die das Ganze hier regeln, jede Pumpe, die zur Umwälzung gebraucht wird. Zwei von ihnen zum Beispiel schaffen die 2000 Kubikmeter Wasser des Schwimmerbeckens in viereinhalb Stunden einmal rum. "Das läuft fünfzig-fünfzig", erklärt Lorenz . Die Hälfte des Wassers schwappt über die Rinnen am Beckenrand, die andere durch die Bodenabläufe. Bevor es allerdings in die "Technik" gelangt, wie das Strandbadteam den grob geschätzt gut 1000 Quadratmeter großen Bereich schlicht nennt, sind die Haarsiebe vor. In denen bleiben Blätter, Haare, Pflaster und auch schon mal eine Halskette hängen. Geld? "War auch schon drin", sagt Lorenz, "das Größte war ein 10-Euro-Schein."

Das Nichtschwimmerbecken halten acht kleinere Pumpen am Laufen. Da kann Lorenz bei schlechtem Wetter auch mal die ein oder andere abschalten, um Strom zu sparen. Das Schwimmerbecken ist kontinuierlich in Betrieb, weil's beheizt ist: "Da schwimmen die Leute immer." Auf der Anzeige am Schaltkasten steht. Die Morgenschwimmer ziehen ihre Bahnen durch etwa 24 Grad warmes Wasser. Geheizt wird es von der Sonne auf dem Dach der Badgebäude, die Gasheizung wird nur an Regentagen benötigt - an diesem Freitag nicht. Beim Wasser sitzt das Strandbad übrigens direkt an der Quelle: Das liefert der eigene Brunnen, ebenfalls im Keller, was mehr als praktisch ist. "Bei der Menge, die wir verbrauchen", meint Lorenz. Je nach Besucherzahl sind das 20.000 bis 30.000 Kubikmeter im Jahr. In Waschbecken und Duschen indes läuft, streng nach Vorschrift, das aufbereitete Wasser der Stadt.

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Aber auch mit dem Beckenwasser wird allerhand angestellt. Aus dem Brunnen wird es zur Entsäuerung durch eine Filteranlage mit Kies geleitet. In den Schwallwasserbehältern, das sind Becken unter den Becken, wird das Frischwasser zugeführt - wie viel, regelt ein Schwimmer der technischen Art. Sinkt dieser Pegelmesser unter ein bestimmtes Niveau, löst eine Steuerung die Zufuhr aus. Von den Behältern geht's durch Siebe und "Impfstellen": An denen wird zunächst das Flockungsmittel "Witty-Pool" zugeführt, mit dem das Wasser enthärtet und zum Beispiel Urin gebunden wird. "Der flockt dann aus und bleibt im Filterbett hängen", sagt Lorenz, der seit 23 Jahren im Strandbad arbeitet. Geimpft wird auch mit Ätznatron, um den PH-Wert zu verbessern, und mit Chlorgas zur Desinfektion. Die Flaschen stehen in einem separaten und verschlossenen Raum. Die Mischung regelt eine Anlage namens "Aquasurfer", zwei Mal am Tag messen Lorenz und seine Kollegen zur Kontrolle von Hand nach. "0,55 ist ein Traumwert", sagt der Strandbad-Chef. Die Anzeigen von Plansch-, Nicht- und Schwimmerbecken zeigen Werte zwischen 0,52 und 0,58 Miligramm Chlor pro Liter, also quasi perfekt. Auf dem Gitterboden zwischen Mischpult, den riesigen Filtertonnen und den unzähligen dicken und dünnen Rohren steht auch eine alte Werkbank. Im Schwimmbad gibt es immer was zu tun, zwischendurch aber vor allem im Winter erledgt das Team Reparaturen, flickt Leitungen und bringt Klappen in Ordnung. "Wir machen hier schon viel selber", sagt Michael Lorenz und macht sich auf den Weg, die steile Treppe hoch, zurück an den Beckenrand.

Autor: sh