Sicherheitspartnerschaft

Im Freiburger Seepark patrouilliert die Polizei jetzt auf dem Rad

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Do, 08. Juni 2017 um 11:06 Uhr

Freiburg

Die Bereitschaftspolizisten sind zentraler Bestandteil der Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Land und der Stadt Freiburg. Nun werden die Zusatzkräfte auch mit Fahrradstreifen patrouillieren.

Schon mehr als 20 000 Einsatzstunden haben die nach Freiburg abgeordneten Polizistinnen und Polizei der Bereitschaftspolizei im vergangenen halben Jahr geleistet. Sie haben 6000 Kontrollen und 120 Festnahmen vorgenommen. 400 Straftaten konnten sie aufklären. Die Bereitschaftspolizisten sind zentraler Bestandteil der Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Freiburg. Nun gibt es noch einen weiteren Baustein: Die Zusatzkräfte werden auch mit Fahrradstreifen im Seepark und anderswo patrouillieren.

Im Einsatz gegen Kriminalität im Seepark

Der Seepark ist auch deswegen wieder mehr in den Brennpunkt gerückt, weil sich die Kriminalität durch die erhöhte Zahl an Kontrollen in der Altstadt in Richtung Westen und Seepark verlagert hat. "Wir hatten hier in jüngster Zeit wieder etwas mehr Gewaltdelikte – aber es sind noch keine Zahlen, bei denen uns schwindlig wird", ordnete Harry Hochuli, der Leiter des Polizeireviers Nord, die Lage beim Pressetermin am Mittwoch ein. Die Fahrradstreife hat an diesem Tag ihren Dienst aufgenommen. Sie eigne sich gut für den weitläufigen Seepark, werde aber auch anderswo eingesetzt – immer dort, wo es die aktuelle Lage erfordere, erklärte Polizeipräsident Bernhard Rotzinger. Polizisten auf dem Rad gibt es in Freiburg bereits bei den Polizeirevieren Nord und Süd. Die Radstaffel habe im Vergleich zur klassischen Pkw- oder Fußstreife einen anderen Aktionsradius – auch weil sie sich einfacher und schneller in unwegsamem Gelände bewegen kann.

"Wir liegen also über dem Soll." Polizeipräsident Bernhard Rotzinger
Polizeipräsident Rotzinger hat bei der Vorstellung der Radstaffel auch ein positives Halbjahresfazit der Sicherheitspartnerschaft gezogen: "Wir haben im Moment einen Lauf", meinte er. Die Gewaltkriminalität sei im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zurückgegangen, wiederholte der Polizeipräsident die Zahl, die er jüngst den Gemeinderäten präsentiert hatte. Zehn Prozent weniger hatte sich die Polizei vorab selbst als Ziel gesetzt: "Wir liegen also über dem Soll", bilanzierte Freiburgs Polizeichef.

Der Leitende Polizeidirektor Berthold Fingerlin, Projektleiter für die Sicherheitspartnerschaft, verwies auf die enge und gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Und auf die Arbeit der Bereitschaftspolizisten: "Sie haben wesentlich dazu beigetragen, dass wir die gute Entwicklung erreichen konnten." Es sei wichtig, dass das angeknackste Sicherheitsgefühl in der Stadt wieder heile. Die Fahrradstaffel sei nun eine weitere taktische Komponente, "um den Druck auf potenzielle Straftäter zu erhöhen", so Fingerlin. Auch diese Staffel wird von der Bereitschaftspolizei gestellt und gehört, wie die Reiterstaffel, zum Polizeipräsidium Einsatz. Die Polizisten hoch zu Ross sollen in Freiburg künftig noch mehr in der Altstadt eingesetzt werden, kündigte Polizeidirektor Fingerlin an. Es seien jetzt in Freiburg auch Unterstellmöglichkeiten für die Pferde gefunden worden, so dass die Reiterstaffel künftig auch einmal über Nacht in Freiburg bleiben kann.

Polizeipräsident Thomas Mürder, der Chef des Einsatz-Präsidiums mit Sitz in Göppingen, informierte sich am Mittwoch über die Arbeit seiner Leute in Freiburg: "Wir sind froh, dass sie Wirkung zeigt." Im Juli soll auch der Standort Lahr der Bereitschaftspolizei aufgelöst werden. Dann werden 86 Einsatzkräfte nach Umkirch verlegt – und sind damit schneller in Freiburg, wo es viele Einsätze gibt – etwa bei Fußballspielen oder auch bei Demonstrationen.




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