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13. Oktober 2017

Rock

Interview mit der belgischen Band Triggerfinger

TICKET-INTERVIEW mit der belgischen Band Triggerfinger.

  1. Seit 19 Jahren als Triggerfinger unterwegs: Ruben Block, Mario Goossens, Paul van Bruystegem (von links) Foto: Diego Franssens

Das Cover von Lykke Lis Discohit "I Follow Rivers" machte Triggerfinger 2012 bekannt, lässig pfeifend und Kaffeetassen-klingelnd. Wobei das 1998 gegründete Trio ganz anders kann, denn es gilt als Belgiens lauteste Rockband. Andrea Schiffner hat mit Sänger und Gitarrist Ruben Block, Bassist Paul van Bruystegem und Schlagzeuger Mario Goossens gesprochen, die in Freiburg und Basel auftreten.

Ticket: Wie oft werden sie noch auf das "I will follow"-Cover angesprochen – wie hoch ist der Nervfaktor?
Ruben Block: Nerven tut es nicht, dem Song haben wir eine größere Bekanntheit zu verdanken. Inzwischen kennen die meisten Leute unsere Musik und wissen, dass wir eher klassischen, bodenständigen Rock spielen.
Ticket: Gerade ist Ihr neues Album "Colossus" erschienen.
Block: Wir waren in Amerika, um es aufzunehmen, wie die vorherigen Alben auch. Dieses Mal sind wir allerdings mit Produzent Mitchell Froom ins Studio gegangen. Er hat unter anderem schon mit Paul McCartney, Suzanne Vega, Pearl Jam und Los Lobos gearbeitet. Wir hätten nie gedacht, dass er mit uns arbeiten möchte.

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Paul van Bruystegem: Vom ersten Treffen an waren wir auf einer Wellenlänge. Das war uns wichtig für eine gute Platte.
Ticket: Das hört man – das Album klingt nach jeder Menge Spaß. Spaß auch, zu experimentieren...
Goossens: Bei den früheren Alben sind wir mit fast fertigen Songs ins Studio gegangen, haben es quasi live eingespielt. Dieses Mal haben wir sehr viel ausprobiert und rumexperimentiert.
Ticket: Auf dem neuen Album sind Keyboards, Saxophon und vieles mehr zu hören.
Van Bruystegem: Ich habe das Omnichord für mich entdeckt...
Mario Goossens: ...und ich das alte Spülbecken des Nachbarn.
Ticket: Ein Spülbecken?
Goossens: Ja, aus Edelstahl, damit kann man mit entsprechend platzierten Mikros an der Innenwand und Soundverzerrer einen wunderbar scheppernden Sound erzeugen.
Block: Wir haben viele neue Instrumente, Effekte und Feinheiten in unsere Songs eingebaut.
Ticket: Wie wird dieser Sound live reproduziert?
Block: Es muss ja nicht alles zwingend eins zu eins auf die Bühne kommen. Wichtig ist, dass der Groove stimmt. Ich spiele zum Beispiel bei einigen Stücken einen zweiten Bass, über den Gitarrenverstärker, dadurch kommt der Sound mit mehr Druck auf die Bühne. Und ich habe eine Ausrede, mir neben Gitarren auch Bässe zu kaufen. (lacht)
Ticket: Also stimmt der Druck. Und die ganzen Feinheiten?
Van Bruystegem: Für das Drumherum haben wir einen vierten Mann am Start. Unseren langjährigen Freund David Poltrock, er wird uns mit seinen Keyboards unterstützen. Er übernimmt sozusagen die elektrischen Jingle Bells.

Termine: Freiburg, Jazzhaus, Di, 17. Okt.; Basel, Kaserne, Do, 19. Okt., jeweils 20 Uhr

Autor: asc