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09. September 2009

Jetzt knüpft sie Netze mit jungen Frauen am Bodensee

Nach 13 Jahren verlässt Dorothea Mangold als Leiterin von "Ehe und Familie" Freiburg und hinterlässt ein dichtes Netzwerk

  1. Dorothea Mangold Foto: Ingo schneider

Sie ist eine Netzknüpferin. Eine, der es wichtiger ist, mit anderen zusammenzuarbeiten, als Eitelkeiten zu pflegen. "Es ist eine meiner Grundeinstellungen", sagt Dorothea Mangold, "ich will mich vernetzen." Jetzt verlässt sie ihr Netzwerk Freiburg und möchte als neue Leiterin der Heimschule Kloster Wald am Bodensee an das anknüpfen, was ihr das Wichtigste ist: "Solide meine Arbeit tun, erreichbar sein, zusammenarbeiten."

Dreizehn Jahre lang hat Dorothea Mangold die katholische Bildungseinrichtung "Ehe und Familie" geleitet. Und ist schon bald aus dem Schatten ihres Vorgängers Frank Löslein herausgetreten. Zum Beispiel knüpfte sie am "Bündnis für Familie" mit. Denn: "Eltern in der Erziehung zu unterstützen, ist immer wichtiger geworden." Nach ihrer Beobachtung sind heute gerade auch Mittelstandseltern eher bereit als früher, bei Erziehungsfragen Hilfe anzunehmen, da der Druck in Sachen Bildung stetig wachse und schon im Kindergarten beginne.

Die 52-Jährige ist sich deshalb sicher: "Es geht darum, an der Sache zu arbeiten, nicht darum, die eigene Einrichtung in den Vordergrund zu stellen." Nicht mehr Professionalisierung scheint ihr daher vonnöten, sondern mehr Verantwortlichkeit. "Statt von einer zur nächsten und von dort zur übernächsten Stelle geschickt zu werden, sollten Hilfe Suchende besser dort umfassend betreut werden, wo sie mit ihren Fragen ankommen – und zwar so lange, bis ihnen geholfen ist." Wobei der studierten Sozial- und Betriebspädagogin und Erziehungswissenschaftlerin durchaus bewusst ist, dass die Zuschuss-Strukturen eine solche Zusammenarbeit nicht unbedingt befördern.

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Da kam es Dorothea Mangold zugute, dass sie im kirchlichen Raum stets Unterstützung für ihre Ideen fand. Nicht zuletzt bei ihrem "Kind", dem 2001 eröffneten c-punkt. "Obwohl wir mit nichts angefangen haben, ist es schon sehr selbstständig." Zwei Festangestellte auf 1,5 Stellen und zwei geringfügig Beschäftigte sorgen in einer gastfreundlichen Umgebung montags bis samstags für eine hohe Präsenz am Münsterplatz. "Es ist immer jemand da und kümmert sich um alles, was gebraucht wird." Und da es für 80 Prozent der Menschen mit ihren Fragen zu Glauben und Kirche keine Rolle spiele, welcher Konfession die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sind, ist die Liebhaberin guter Bücher überzeugt: "Es wäre das einzig Sinnvolle, um der Sache willen im c-punkt mit den Evangelischen zusammenzuarbeiten."

Jedenfalls freut sie sich, als Leiterin von "Ehe und Familie" die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung bis zu einem ökumenischen Programmheft mit vorangebracht zu haben. Dass ein solches vielfältiges Angebot mit Vorträgen und Kursen auch in Zeiten des Internet notwendig ist, steht für Dorothea Mangold außer Frage. Der persönliche Austausch von Angesicht zu Angesicht sei immer noch wichtig, wichtiger, als sich Informationen am Computer herunterzuladen. Denn: "Wir sind als Bildungsträger gefragt, dazu beizutragen, dass die Gesellschaft funktioniert – und dafür ist das persönliche Wahrnehmen des anderen Voraussetzung."

Gute Voraussetzungen für eine persönliche Bildung will die begeisterte Radlerin, die im Sommer über den St. Gotthard zum Lago Maggiore radelte, künftig nun in der von den Freiburger Lioba-Schwestern gegründeten Heimschule Kloster Wald mitgestalten. Dieses Gymnasium für Mädchen mit Internat am Bodensee scheint ihr dafür ein guter Ort zu sein. Denn hier werden die jungen Frauen auch zu Schreinerinnen, Schneiderinnen und Holzbildhauerinnen ausgebildet – und verlassen die Schule am Ende mit Abitur und Gesellinnenbrief. "Das wird noch mal eine ganz neue Herausforderung", meint Dorothea Mangold, die im übrigen versichert: "Ich werde Freiburg weiter verbunden bleiben."

Autor: Gerhard M. Kirk