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23. Juni 2009

Lebenslanges Lernen als Erlebnis

Schavan-Ministerium spendiert 2,4 Millionen Euro für ein Projekt in Freiburg

Die Bildung in Freiburg ist im Aufwind: Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) werden in den kommenden drei Jahren 2,4 Millionen Euro an die Stadt fließen. Davon sollen vom Kleinkind bis zu den Senioren alle profitieren. Mit ihrem Projekt "LEIF – Lernen erleben in Freiburg" wird die Stadt vom 1. September an am bundesweiten Modellprojekt "Lernen vor Ort" teilnehmen. Dafür wurden aus 200 Bewerbern 40 Stadt- und Landkreise ausgewählt. Außer Freiburg kommen in Baden-Württemberg noch Mannheim und der Rems-Murr-Kreis zum Zug.

Als "Krönung langjähriger Arbeit" bezeichnete Oberbürgermeister Dieter Salomon gestern die Auszeichnung und bescheinigte Schulbürgermeisterin Gerda Stucklik eine "erfolgreiche Arbeit". Vorarbeit geleistet worden ist in Freiburg nämlich schon seit drei Jahren mit der "Bildungsregion Freiburg" und dem Bildungsbüro. Dabei wurden Erfahrungen gesammelt in der Zusammenarbeit mit anderen Akteuren beim Gestalten von Bildungsprozessen. Während die sich aber beschränkten auf die schulische Bildung, soll künftig das lebenslange Lernen, von der Kita bis zum Seniorenstudium, in den Blick genommen werden. Das entspricht der Absicht des Schavan-Ministeriums, den "Aufstieg durch Bildung" voranzutreiben. Es hat sich dabei mit einem Verbund aus 29 großen Stiftungen zusammengetan, die Patenschaften für die Kommunen übernehmen und sie mit ihrem Knowhow unterstützen. In Freiburg ist das, wie schon beim Aufbau der Bildungsregion, die Bertelsmann-Stiftung. Daneben arbeitet die Stadt mit örtlichen Partnern zusammen: Das "Leif"-Konzept wurde gemeinsam mit der Universität, der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer, der Ökostation, lokalen Stiftungen und anderen erarbeitet.

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Beratungsangebot in Sachen Bildung richtet sich an Alt und Jung
Neben dem lebenslangen Lernen soll, als eine Art Lotse im Bildungsdschungel, unter Federführung der Volkshochschule ein einheitliches und leicht zugängliches Beratungsangebot für alle Bevölkerungsgruppen in Sachen Bildung etabliert werden. Ein standardisiertes Instrumentarium soll das Bildungsgeschehen in Freiburg auf der Grundlage des ersten Bildungsberichts erfassen. Eine kommunale Koordinierungsstelle soll helfen, dass die Übergänge von der Schule in den Beruf oder in die Universität künftig besser gelingen.

"Leif" setzt darüber hinaus zwei thematische Schwerpunkte: Weil der erste Bildungsbericht aufgezeigt hatte, dass es Kinder mit einer Zuwanderungsgeschichte in Freiburg besonders schwer haben, soll hier gezielt nachgebessert werden: Begleitet von der Bertelsmann-Stiftung, sollen dazu im Stadtteil Brühl-Beurbarung innovative Konzepte entwickelt und erprobt werden. Die Stadtbibliothek und die Bibliotheken von Grundschulen sollen gezielt mit Literatur aus den Herkunftssprachen der Nutzer bestückt werden. Daneben sollen die Freiburger Umwelt- und Zukunftstechnologien das Wissen über nachhaltige Entwicklung erweitern helfen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wurde für eine entsprechende "Themenpatenschaft" gewonnen.

Wenn "Leif" gut läuft, kann es um zwei Jahre verlängert werden. Das Projektgeld fließt in insgesamt zwölf Personalstellen, wovon 7,5 direkt bei der Stadt (Schul- und Sozialdezernat), die übrigen bei den Projektpartnern wie IHK, Universität, Handwerkskammer, Volkshochschule oder Ökostation angesiedelt sind. Allein drei Stellen werden dem Bereich Migration zugeordnet.

Autor: Anita Rüffer