Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

10. Februar 2011

Linie 1 soll zum Zug kommen

Grüne, CDU und SPD fordern, die Stadtbahn Littenweiler zumindest bis zum Bahnhof zu verlängern.

  1. Geradeaus statt rechts ab: Die Linie 1 soll nach dem Willen mehrerer Fraktionen bis zum Bahnhof Littenweiler rollen. Foto: Thomas Kunz

Freiburg und die beiden Nachbarkreise wollen das Investitionspaket in den Nahverkehr verkleinern. Grund: die Finanznot. Grüne, CDU und SPD im Freiburger Gemeinderat fürchten, dass die geplante Verlängerung der Stadtbahnlinie 1 zum Kappler Knoten hinten runterfällt. Gemeinsam fordern sie, zumindest die Lücke zwischen Bahnhof Littenweiler und Endhaltestelle Lassbergstraße zu schließen. Das Baudezernat hat zugesagt, die Idee zu prüfen.

Schwierige Verhandlungen liegen der aktualisierten Investitionsplanung des Zweckverbandes Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) zugrunde. Vertreter der Stadt sowie der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen haben ihr gemeinsames Konzept "Breisgau-S-Bahn 2020" an die Haushaltslage angepasst. Das heißt: Strecken und Schieben verschiedener Projekte. Dem müssen nun Gemeinderat sowie Kreistage zustimmen – und die Verbandsversammlung des ZRF, in der Stadt- und Gemeinderäte sowie Bürgermeister sitzen.

Die Stadtbahnprojekte in Freiburg bleiben fast alle auf Kurs (siehe Info-Box). Dass aber – wieder einmal – die Linie 1 nicht zum Zug kommen soll, gefällt einer Mehrheit des Gemeinderats nicht. Die Fraktionen von Grünen, CDU und SPD haben sich dafür ausgesprochen, zumindest die Gleise von der Lassbergstraße bis zum Bahnhof Littenweiler zu verlegen. "Dass zwischen der am meisten genutzten Straßenbahnlinie und der stark frequentierten Höllentalbahn eine Lücke von 350 Metern klafft, kann eigentlich nicht sein", sagt Grünen-Stadtrat Helmut Thoma. Würde das Projekt wie von den Verwaltungen geplant auf die Zeit nach 2018 verschoben, so Gabi Rolland, die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, dann würden seine Realisierungschancen sinken. "Es ist völlig unklar, ob dann noch die Landeszuschüsse fließen wie bisher." Auch ihr CDU-Kollege Hansjörg Sandler fordert: "Das Projekt muss auf der Agenda bleiben."

Werbung


Dort befindet es sich seit fast zehn Jahren. Die Pläne liegen fertig in den Schubladen. Seit gut zwei Jahren sollten eigentlich die Bahnen rollen. Doch stets hat das Geld gefehlt, wurden andere Trassen vorgezogen. Nun fordert die Allianz, dass zumindest der Bahnhof Littenweiler ans Tramnetz angeschlossen wird. Helmut Thoma schätzt die Kosten für die Stadt auf 1,5 Millionen Euro.

Baubürgermeister Martin Haag schätzt, dass das eher teurer käme. Er sieht allerdings "keine Möglichkeit, das ZRF-Paket wieder aufzuschnüren." Die Nachbarkreise zahlen mit, weil die Strecke als regional bedeutsam gilt. Das träfe auch für die kleine Variante der Linienverlängerung zu – für Pendler aus dem Schwarzwald und dem Dreisamtal. "Ein Riesenfortschritt wäre das", sagt Haag. Er will nun gemeinsam mit der städtischen Verkehrs-AG die Kosten des Vorschlags ermitteln.

DIE STADTBAHNPROJEKTE

Freiburgs Tramprojekte bleiben weitgehend im Zeitplan:

Messelinie, erster Abschnitt von der Breisacher Straße bis zur Hermann-Mitsch-Straße (28 Millionen Euro): Beginn der Bauarbeiten Mitte nächsten Jahres, Inbetriebnahme 2015.

Rotteckringlinie (39,6 Mio Euro inklusive Kronenbrücke): Beschluss Bebauungsplan im nächsten Jahr, Inbetriebnahme 2017.

Verlängerung der Stadtbahn durch Zähringen (28 Mio): Baubeginn im Herbst, Inbetriebnahme Anfang 2014.

Trasse gen Norden durch die Waldkircher Straße (8 Mio Euro): Baubeginn im Jahr 2017, Inbetriebnahme 2018

Die Stadtbahn bis zur Ortsmitte Gundelfingen (24 Mio) sowie die Verlängerung Littenweiler bis Kappler Knoten (15,4 Mio) sollen auf die Zeit nach 2018 verschoben werden.  

Autor: mac

Autor: Uwe Mauch