Neubau

Medizintechnikunternehmen Stryker erweitert Standort

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Do, 20. Oktober 2016

Freiburg

Das Medizintechnikunternehmen Stryker will den Standort Freiburg weiter ausbauen. Neben dem derzeitigen Gebäude an der Bötzinger Straße im Gewerbegebiet Haid ist ein fünfgeschossiger Neubau geplant. Spatenstich soll Anfang Dezember sein.

Zur Investitionssumme macht das Unternehmen noch keine Angaben. Es dürfte sich jedoch um ein Millionenprojekt handeln.

Stryker wächst und wächst: Bereits 2007, 2008 und 2012 hat das Unternehmen seine Räumlichkeiten auf der Haid erweitert. Jetzt sollen nochmal 8300 Quadratmeter in dem Neubau hinzukommen. Die Zahl der Mitarbeiter ist in den vergangenen sechs Jahren von rund 600 auf mittlerweile mehr als 750 angestiegen. Und ein Ende des Wachstumskurses scheint nicht in Sicht – auch wenn Stryker auf Anfrage der BZ keine konkreten Zahlen nennt. Pressesprecherin Claudia Handke erklärt lediglich, dass der Neubau dabei helfen soll, "das erwartete Wachstum durch die geplanten Entwicklungsprojekte abzudecken".

Durch das neue Gebäude will Stryker seine Aktivitäten auch wieder an einem Standort bündeln. Derzeit hat das Unternehmen zusätzlich Flächen im ehemaligen Spectral-Gebäude angemietet, das auch an der Bötzinger Straße liegt, rund 250 Meter entfernt. Die Räume dort sollen dann aufgegeben werden.

Freiburg ist einer von vier deutschen Stryker-Produktionsstandorten. Der US-Konzern hat seinen Hauptsitz in Michigan, die Deutschlandzentrale befindet sich in Duisburg.

Neubau wird 25,5 Meter hoch, erlaubt wären nur 16 gewesen

Weltweit hat Stryker 27 000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 9,9 Milliarden US-Dollar. Der Freiburger Standort gehört seit 1998 zum Unternehmen. Er geht auf die Firma F. L. Fischer zurück, die bereits 1866 gegründet wurde. 120 Jahre später wurde Fischer von Leibinger übernommen. 1996 kaufte dann der US-Pharmakonzern Pfizer den Betrieb, zwei Jahre später übernahm Stryker.

Der geplante Neubau schließt sich westlich an den bestehenden Stryker-Sitz an, auf einem Grundstück, das dem Unternehmen bereits gehört. Stryker will ein fünfgeschossiges Gebäude errichten. Doch dafür muss der Bebauungsplan geändert werden. Bislang dürfen Gebäude auf der Haid maximal 16 Meter hoch sein. Der Stryker-Bau käme jedoch auf knapp 22 Meter, in Teilen durch ein "Technik-Geschoss" sogar auf 25,50 Meter.

Das sei aber akzeptabel, sagte Baubürgermeister Martin Haag bei der jüngsten Sitzung des gemeinderätlichen Bauausschusses, wo die Bebauungsplanänderung beschlossen wurde. Auch die Stadträte meinten, dass es sinnvoll sei, höher zu bauen und so Fläche zu sparen. Grünen-Stadtrat Helmut Thoma schlug vor, die Höhenbeschränkung im Gewerbegebiet Haid generell zu hinterfragen statt stets im Einzelfall zu entscheiden. Denn es gab bereits andere Unternehmen, die höher bauen wollten. Und weitere Fälle seien absehbar, sagte Thoma. Dem stimmte SPD-Stadtrat Ernst Lavori bei.

Mittelfristig mache eine solche Grundsatzdebatte Sinn, so Baubürgermeister Haag. Jetzt gelte es aber, schnell den Weg für Stryker freizumachen. Schließlich gehe es um viele neue Jobs in Freiburg. Der Gemeinderat stimme am Dienstagabend der Bebauungsplanänderung zu.