Mehr Sicherheit für den Flugplatz

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Sa, 14. Januar 2017

Freiburg

Der Antrag bei der Flugsicherung läuft: Die Landebahn in Freiburg kann künftig auch per Instrumentenanflug angesteuert werden.

Der Freiburger Flugplatz wird aufgewertet: Piloten sollen die Landebahn künftig nicht mehr nur per Sichtflug, sondern auch per GPS und einem Instrumentenlandesystem anfliegen können. Der Antrag bei der Deutschen Flugsicherung läuft. "Das würde die Sicherheit deutlich erhöhen", erklärt Frank Uekermann, Vize-Geschäftsführer der stadteigenen Flugplatz GmbH. Die Aufrüstung kostet die Betreiberin einen mittleren fünfstelligen Betrag. Auch die Transplantationsflüge würden profitieren. Und: Der Fluglärm könnte reduziert werden.

Die Flugplatz GmbH rechnet mit einer entsprechenden Genehmigung noch in diesem Jahr. Der Antrag wurde gemeinsam mit der Umwidmung der Segelflugbahn eingereicht, die wegen der Stadion-Planung notwendig geworden war. Die Möglichkeit der Aufrüstung zu einem erträglichen Aufwand gibt es erst seit zwei Jahren. Der Freiburger Verkehrslandeplatz wäre der erste "Sichtflugplatz", der diese Chance des Upgrades nutzen würde, sagt Flugplatz-Vizechef Uekermann.

Es war ohnehin geplant, die Anflugbefeuerung – das sind die Markierungslichter am Boden– zu ergänzen. Voraussetzungen für die Genehmigung ist, dass alle Hindernisse rund um den Flugplatz, also die hohen Gebäude und Masten, digital erfasst werden. Für den Instrumentenanflug muss dann zudem noch eine sogenannte Radio Mandatary Zone eingerichtet werden – diese schreibt Funkverkehr und Hörbereitschaft im Bereich des Flugplatzes vor. Der Anflug kann dann per GPS-System des Flugzeugs und automatisiert per Instrumentenanflug ("Blindflug") erfolgen. Erst im letzten Abschnitt vor dem Aufsetzen, wenn die Landebahn für den Piloten zu sehen ist, wird die Landung per Sichtflug beendet. "Die Aufrüstung macht den Flugplatz deutlich sicherer", sagt Frank Uekermann zu den großen Vorteilen des GPS-Anflugs. Ein Flugunfall wie jener im Januar 2006 sei damit praktisch unmöglich. Damals waren Pilot und Co-Pilot ums Leben gekommen, als sie wegen der schlechten Sicht abgestürzt sind.

Weniger Lärm, weil Platzrunden wegfallen

Für die Piloten sei die Aufrüstung des Flugplatzes eine gute Nachricht, sagt Jürgen Schelling, Luftfahrtjournalist und selbst Flieger. "Organtransportflüge könnten anders als bisher auch dann landen, wenn richtiges Sauwetter herrscht", meint Schelling. Bei Nebel oder tief hängenden Wolken können die Organflieger genau wie alle anderen Flugzeuge bisher in Freiburg nicht landen. Mehr Fluglärm über der Stadt ist laut Schelling nicht zu befürchten, da die entsprechende Landung per Instrumententechnik nur aus Richtung Norden möglich sei.

Von einem begrüßenswerten Schritt spricht auch Udo Harter, Seniorchef der Flugschule FFH Aviation Training, die ihren Standort direkt am Flugplatz hat. "Wir bilden Flugschüler auch im Instrumentenflug aus und mussten dafür immer auf andere Plätze ausweichen", sagt Harter. Viele gewerbliche Passagiertransporter würden nur Flugplätze anfliegen, die mit einem solchen System ausgestattet seien.
Auch Harter verweist darauf, dass das Aufrüsten durch die neuen Regeln kein großer Akt mehr sei. So müssten nicht mehr, wie früher noch erforderlich, teure und wartungsintensive Bodenpeilsender installiert werden.

Und auch der Flugschulleiter spricht das Thema Lärmvermeidung an. Piloten, die im Sichtflug landen, müssen erst die sogenannte Platzrunde fliegen, die in einem Viereck über das Gebiet rund um den Platz führt. Der Instrumentenanflug werde in etwa bei Riegel beginnen und in einem Strich geradewegs bis zur Landebahn führen.