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19. Januar 2009

Mit einem verjüngten Team geht’s in den Wahlkampf

Die Freiburger CDU wählt Wendelin Graf von Kageneck zum Spitzenkandidaten und macht Berthold Bock zum "Stimmenkönig"

  1. Das Spitzentrio der CDU für den Kommunalwahlkampf: Daniel Sander, Alixe Winter und Wendelin Graf von Kageneck (von links). Foto: thomas Kunz

Wendelin Graf von Kageneck ist der Spitzenkandidat auf der Liste der Freiburger CDU (Christlich Demokratische Union) für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009. Beim Parteitag des CDU-Kreisverbandes (1125 Mitglieder) bekam der 65-jährige Rechtsanwalt und gegenwärtige Vorsitzende der größten Fraktion im Freiburger Gemeinderat am Samstag von 168 abgegebenen Stimmen 158 Ja und sechs Nein bei vier Enthaltungen.

In einer mehr als siebenstündigen, weitgehend unspektakulären Abstimmung sorgten die Parteimitglieder immerhin für die eine und andere Überaschung. So machten sie Berthold Bock mit 167 Ja zum parteiinternen "Stimmenkönig" der Kommunalwahlliste. Der 54-jährige Leiter des Polizeireviers Breisach und amtierende Stadtrat kandidiert auf Platz 6 und lag (bei 178 abgegebenen Stimmen) nur knapp vor der großen Überraschung des Tages. Denn Sylvie Nantcha, eine im afrikanischen Kamerun geborene und seit 17 Jahren in Freiburg lebende Sprachwissenschaftlerin, erhielt mit 164 die zweitmeisten Ja-Stimmen. Die 34-Jährige kandidiert auf dem als sicher geltenden Listen-Platz 9.

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Eine Überraschung der etwas anderen Art bereiteten die CDU-Mitglieder dagegen dem Stadtrat und Bäckermeister Hermann Aichele (Platz 11): Mit 41 Nein- und nur 106 Ja-Stimmen bescherten sie dem 70-Jährigen – gemessen an der Stimmenzahl für alle 48 Kandidatinnen und Kandidaten – lediglich den 20. Platz. Ebenfalls eine herbe Enttäuschung bereitete der Parteitag Verena Walter: Die 39-jährige Diplom-Betriebswirtin und Vorsitzende des CDU-Frauenstammtischs schaffte es bei 14 Enthaltungen und 55 Nein-Stimmen nur knapp mit 64 Ja als Kandidatin auf Listen-Platz 29.

Sie ist eine von 16 Frauen auf der Wahlliste, die genau zu zwei Dritteln von Männern dominiert wird. Insgesamt gelang der CDU mit dieser Liste allerdings die beabsichtigte Verjüngung: Die vier Dutzend Kandidatinnen und Kandidaten bringen es auf ein Durchschnittsalter von 48,2 Jahren – die 13 amtierenden CDU-Stadträte und Stadträtinnen sind im Durchschnitt 63,7 Jahre alt.

Am 7. Juni, sagte der Kreisvorsitzende Klaus Schüle, werde sich entscheiden, ob "der Zukunftskurs der CDU gestärkt wird" – oder ob "diejenigen, die ohne Verantwortungsgefühl für die Stadt und ihre Finanzen Politik machen", gewählt werden. Die gute Stimmung während des langen Nominierungsparteitags stimmt jedenfalls den Spitzenkandidaten Wendelin Graf von Kageneck zuversichtlich für den Kampf um die Sitze im Gemeinderat: "Wir sind nicht achtundvierzig Einzelkämpfer, sondern ein starkes Team, das den Wandel in der Freiburger Kommunalpolitik fortsetzen wird."

Autor: Gerhard M. Kirk