Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
13. Februar 2009
Mitarbeit öffnet den Blick hinter die Kulissen der Stadtverwaltung
Im September beginnt ein "Gemeinütziges Bildungsjahr" in Amtsstuben und Betrieben der Stadt / Bewerbungen sind bis zum 6. März möglich
In der Stadtbücherei, auf dem Mundenhof und im Amt von Bürgermeisterin Gerda Stuchlik wird von September an jeweils ein junger Mensch ein Jahr lang freiwillig arbeiten. Das Gemeinnützige Bildungsjahr (GBJ), das in Freiburg jetzt erstmals eingerichtet wurde, ermöglicht, in die Arbeit der Stadtverwaltung hineinzuschnuppern. Christina Michaux vom Personalamt sucht bis 6. März Kandidaten.
"Die ersten Bewerbungen sind schon eingegangen", freut sich Christina Michaux. Und das, obwohl bis jetzt noch gar nicht bekannt war, welche Arbeit konkret auf die Kandidaten wartet und in welcher Amtsstube oder welchem Betrieb der Stadt sie eingesetzt werden.
Arbeitsplatz eins ist in der Stadtbibliothek und den Stadtteilbibliotheken. Hier sollen die Freiwilligen bei der Öffentlichkeitsarbeit mithelfen, speziell bei der Förderung der Lese- und Medienkompetenz von Kindern mit Migrationshintergrund. "Er oder sie soll dafür eigenständig und im Team Medienprojekte planen, durchführen und evaluieren", sagt Michaux. Die zweite Stelle wird ebenfalls in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit geschaffen, und zwar im Mundenhof. "Das Veranstaltungsmanagement wird hier Teil der Aufgabe sein. So kann bei den Festen, Führungen und Veranstaltungen mitgearbeitet werden, besonders bei denen für Kinder und französische Besuchergruppen", so Michaux. Zudem biete die Stelle auch die Chance, "einen Blick hinter die Kulissen des Mundenhofes zu werfen". Die dritte Stelle ist schließlich "genau an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung" angesiedelt: Im Büro von Gerda Stuchlik, die als Bürgermeisterin das zweite Dezernat leitet, in dessen Ressort unter anderem die Themen Schule, Bildung und Umwelt fallen. Hier soll die oder der Freiwillige vor allem beim Projekt Science-net mitarbeiten, aber auch bei Projekttagen an Schulen oder den von der Stadt angebotenen Sommerschulen. Zudem könne auch im Forstamt, beim Projekt Solarregion oder im Planetarium mitgearbeitet werden, sagt Michaux.
Werbung
Einen Blick über den Tellerrand sollen alle drei Stellen bieten. Doch dabei können die Freiwilligen auch einen Einblick in die Struktur der Stadtverwaltung erhalten. Während der Bildungsjahres nehmen sie auch an Seminaren der Personalfortbildung teil, wenn sie es wollen. Unabhängig davon werden von einem unabhängigen Träger 25 so genannte Bildungstage angeboten. Die können sich männliche Teilnehmer hinterher als Zivildienst anrechnen lassen.
Bewerben kann sich jeder, der das Abitur hat und nicht älter als 27 Jahre ist. Es gibt laut Michaux neben dem Gewinn an Erfahrung 200 Euro Taschengeld im Monat, einen Zuschuss zur Regiokarte und zum Wohngeld, dessen Höhe derzeit im Rathaus noch beraten wird.
Vorgesehen ist auch, dass sich die Freiwilligen mit den Teilnehmern solcher Programme in anderen Städten austauschen. Zurzeit steht Christina Michaux mit Kollegen in Stuttgart in Verhandlung; im Gespräch ist eine gemeinsame Fahrt nach Brüssel. In einigen anderen Städten im Land gibt’s ein Freiwilliges Bildungsjahr nämlich schon länger. "Davon haben wir gelesen und fanden das toll", sagt Michaux. Inzwischen gibt es sogar einen Verein zur Förderung des gemeinnützigen Bildungsjahrs – "mit dem haben wir Kontakt aufgenommen um uns Tipps zu holen", sagt Michaux.
Und noch etwas hat sich das Freiburger Personalteam bei anderen Städten abgeguckt: "Durch das GBJ hoffen wir auch das Interesse an der Verwaltung zu wecken und so vielleicht interessierte und qualifizierte Bewerber für den gehobenen Verwaltungsdienst zu finden", sagt Christina Michaux.
Infos: Christina Michaux, Tel. 0761/201-1221, E-Mail: Christina.Michaux@stadt.freiburg.de, http://www.bildungsjahr.de und http://www.gbj.de
Autor: Stefan Merkle
