Standplatz am Wasser

Mobile Prostituierte: Ärger in Opfingen

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Fr, 15. Oktober 2010 um 21:24 Uhr

Freiburg

Nachdem die Stadt den Prostituierten-Parkplatz am Zubringer-Süd zum Sperrbezirk erklärt hat, hat sich das Problem verlagert. Einige Wohnmobile stehen am Kleinen Opfinger See. Das gefällt einigen Opfingern gar nicht.

"Die Stadt kann es sich nicht so einfach machen", findet Herta König, FDP-Stadträtin aus der Tuniberggemeinde. Ende September hat das Rathaus den Parkplatz an der B 31 gesperrt, die Zahl der Liebes-Camper war in neun Monaten von vier auf 17 angewachsen. Begründung: zu viel an- und abfahrende Kunden, die Verkehrssicherheit sei gefährdet. Zudem war die Konkurrenz zu groß. Die Wohnmobile stehen nun auf Parkplätzen näher an der A 5, an der Matsuyama-Allee und der Straße zwischen Freiburg und Opfingen. Dort parken sieben direkt am Radweg, sagt Ortsvorsteher Hans-Jürgen Stadelhofer. Etliche Anrufe seien im Rathaus eingegangen. Dass die Frauen Passanten ansprechen und für ihr Gewerbe werben, war auch Thema im Ortschaftsrat. Kinder auf dem Schulweg ins Rieselfeld müssten hautnah vorbei, so Stadelhofer: "Das ist die falsche Schnittstelle, auf einem anderen Parkplatz wäre das nicht so brisant." Er hätte die Camper gern weg, die Stadtverwaltung habe einen Ortstermin zugesagt. "Wenn das Argument Verkehrssicherheit an der B 31 gezogen hat, müsste es bei uns zweimal ziehen." Die Straße nach Opfingen sei gefährlicher. Herta König hat grundsätzlich ein Problem mit den mobilen Bordellen und fordert eine Lösung, "auch zum Schutz der Frauen".

Auf deren Sicherheit achtet die Polizei genauso wie auf die der Bürger, sagt Sprecher Karl-Heinz Schmid. Es gebe keine Hinweise auf strafbare Handlungen. "Wenn nur der Hauch spürbar wird, sind wir da." Die Polizei habe einen Wagen wegen Verdachts auf jugendgefährdende Prostitution überprüft, der in Weingarten bei einem Spielplatz steht. Ergebnis: Es werden keine Liebesdienste angeboten.

Auch im Freiburger Rathaus hat man keine Kenntnis von weiteren Beschwerden. "Wir haben die Standorte im Auge und werden das weiterhin beobachten", so Sprecherin Petra Zinthäfner. Der Parkplatz an der B 31 bleibt vorerst gesperrt.

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