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17. Juli 2017 16:22 Uhr

Fall Maria L.

Mordprozess gegen Hussein K. beginnt am 5. September

Der Prozess gegen Hussein K. im Mordfall Maria L. wird am 5. September vor der Jugendkammer des Landgerichts Freiburg beginnen. Verhandelt wird öffentlich.

  1. Die Verhandlung wird vor der Jugendkammer am Landgericht Freiburg gehalten. Foto: Ingo Schneider

13 Verhandlungstage hat das Gericht angesetzt. Das Urteil soll am 16. November gefällt werden. Insgesamt sollen 45 Zeugen und zehn Sachverständige gehört werden.

Auch ein psychiatrischer Sachverständiger wird bei der Verhandlung in Saal IV, dem größten Saal des Gerichtes, anwesend sein: Er wird nach der Beweisaufnahme ein Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit und zur Gefährlichkeitsprognose erstellen. Dabei geht es unter Umständen auch – im Falle einer Verurteilung – um eine mögliche Sicherungsverwahrung.

Wie alt ist Hussein K.?

Dem mutmaßlichen afghanischen Flüchtling Hussein K. wird vorgeworfen, am 16. Oktober 2016 an der Dreisam die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. sexuell missbraucht und getötet zu haben. Die Anklage lautet auf Mord. Der Angeklagte hat sich bislang weder zur Tat noch zu seiner Person geäußert. Bereits 2013 war Hussein K. wegen versuchten Mordes auf der griechischen Insel Korfu verurteilt worden. Wegen einer Amnestie konnte er das Gefängnis jedoch bald wieder verlassen.

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Im Verfahren vor der Jugendkammer in Freiburg wird es auch um das tatsächliche Alter des Angeklagten gehen. Hussein K. hatte im Asylverfahren sein Alter mit 17 Jahren angegeben. Zwei nach der Tat angefertigte Gutachten gehen jedoch davon aus, dass der Tatverdächtige mindestens 22 Jahre alt ist.

"Eine Geburtsurkunde haben wir nicht gefunden." Michael Mächtel, Staatsanwaltschaft Freiburg
Drei Sachverständige sollen am sechsten Verhandlungstag zur Altersbestimmung vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft hat sich bemüht, Dokumente über den Angeklagten aufzuspüren. Ermittelt wurden unter anderem im Iran, wo Hussein K. vor seiner Flucht nach Europa lange gelebt haben soll. "Eine Geburtsurkunde haben wir nicht gefunden", erklärte Michael Mächtel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg, am Montag gegenüber der Badischen Zeitung. Ein Ankläger war auch nach Griechenland geflogen. Die Akten des dortigen Falles mit den Aussagen des Angeklagten sind laut Mächtel Teil der Beweisaufnahme.

In der ersten Phase des Prozesses sind insgesamt 33 Zeugen geladen, die vor und nach der Tat Kontakt mit Hussein K. hatten. Dabei geht es auch um Frauen, die in der Tatnacht von ihm kontaktiert worden waren und welche die Polizei ermitteln konnte. Elf Polizeibeamte werden über die Ermittlungen und ihre Ergebnisse berichten. Die Kripo hatte den Verdächtigen festnehmen können, nachdem im Labor des Kriminaltechnischen Instituts in Stuttgart ein einzelnes Haar in einem Dornengestrüpp gefunden wurde. Weil das Haar auffällig gefärbt war, führte dies wiederum über ein Überwachungsvideo aus der VAG-Straßenbahn zu Hussein K. – und zu seiner Festnahme.


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Autor: Joachim Röderer