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06. Februar 2013

Nach einem Toiletten-Test am Münsterplatz fordern Stadträte mehr Sauberkeit

Vorschlag: Einen Bürgerarbeiter für den Klodienst

Den Freiburger Stadträten stinkt’s: Sie fordern in einem offenen Brief von Oberbürgermeister Dieter Salomon mehr Einsatz für die öffentlichen Toiletten. Ihr Vorwurf: Die Stadt ignoriere die Realität. Diese haben die Räte Ellen Breckwoldt (CDU), Daniel Sander (CDU) und Stefan Schillinger (SPD) nicht nur gesehen, sondern auch gerochen. Ende Oktober trafen sie sich zum Toiletten-Test am Münsterplatz. Ihr Urteil: "Sowohl die öffentliche Damen- als auch die Herren-Toilette waren stark verunreinigt, ein stechender Gestank lag in der Luft." Für die Stadträte eine "völlig unbefriedigende Toiletten-Situation". Deshalb fordern sie von der Stadt erneut zu prüfen, wie die Situation verbessert werden kann – trotz angespannter Haushaltslage.

Im August kritisierten die Räte Zahl und Zustand der öffentlichen Toiletten in zentraler Lage und forderten ein Klo-Konzept. Die Antwort des städtischen Gebäudemanagements: Kapazitäten und Sauberkeit seien ausreichend. Zehn Anlagen mit 52 Kabinen unterhält die Stadt, sechs davon im Zentrum. Jährliche Klo-Kosten: 130 000 Euro für die Reinigung (drei Mal am Tag), 27 000 Euro für Reparaturen.

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Die Stadträte sind nach dem Besuch anderer Meinung und legen nach – mit Unterstützung vom Stadtseniorenrat, der Gastronomieverband Dehoga Freiburg, dem Beschickerbeirat Münsterplatz und dem Verein Gastliches Freiburg. Sie fordern mehr Putzeinsätze, eventuell von einem Bürgerarbeiter. Außerdem schlagen sie zusätzliche Toilettenwagen vor, die bei großen Veranstaltungen rund um’s Münster für Entlastung sorgen sollen.

Die Stadtverwaltung wehrt bei den Münsterplatz-Toiletten ab: "Nach heutigen Erkenntnissen reicht dieser Turnus aus", sagt Stadt-Sprecher Toni Klein. Bei Veranstaltungen könne man auf Kosten des Veranstalters öfter reinigen und länger öffnen. Ähnlich sieht’s mit dem Toilettenwagen aus: Das Amt für öffentliche Ordnung entscheide über Auflagen, je nach Situation und Gästezahl. Zu möglichem Einsatz und Kosten eines Bürgerarbeiters kann Klein am Dienstag nichts sagen, das müsse erst geprüft werden.

Wer seine Po nicht auf ’s städtische Klo setzen will, kann auf die "Nette Toilette": Bei zwölf Gastronomen im Zentrum darf jeder, der mal muss. Kostenlos.

Autor: Yvonne Weik