Breisgau-S-Bahn

Neue Züge für 130 Millionen Euro rollen durch Region

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Do, 03. November 2016 um 17:36 Uhr

Freiburg

Weiß-gelbe Lackierung, neu gestalteter Innenraum, elektrischer Antrieb und W- LAN: 24 neue Triebwagen sollen ab 2019 auf der Höllentalbahn und zwischen Freiburg, Breisach und Endingen rollen.

Die DB Regio hat Details zu den Zügen vorgestellt, die ab 2019 in Teilen des Netzes der Breisgau-S-Bahn fahren sollen. Die Triebwagen sind etwa auf der vielbefahrenen Höllentalbahn unterwegs und fahren von Freiburg nach Breisach und Endingen. Die 24 Fahrzeuge kosten laut dem französischen Hersteller Alstom 130 Millionen Euro.

Auf der Höllentalbahn und zwischen Freiburg, Breisach und Endingen sollen ab Dezember 2019 neue Züge rollen. Seit Ende September steht fest, dass DB Regio Baden-Württemberg den Verkehr auf der Ost-West-Achse betreiben wird. Dazu hat die DB Regio jetzt einen Vertrag mit dem Hersteller Alstom unterzeichnet.

Züge im Nahverkehr mit einheitlichem Aussehen

Die neuen Züge kommen im neuen Design. Auf der Höllentalbahn wird das Rot der Züge gegen Weiß-Gelb ausgetauscht. Zukünftig sollen viele Züge im Nahverkehr in Baden-Württemberg mit einheitlichem Aussehen fahren. Auf vielen Strecken im Land wird der Fahrbetrieb neu ausgeschrieben. Dort, wo neue Züge eingesetzt werden müssen, muss auch das neue Design angewendet werden. Auf den Strecken der Stuttgarter Netze etwa werden die Züge in Zukunft in denselben Farben unterwegs sein.

Die Züge vom Typ Coradia Continental können als dreiteilige und vierteilige Elektrotriebwagen gefahren werden. In der kürzeren Variante verfügen sie über 164 Sitzplätze, in der längeren über 249. Ein Sprecher der Bahn teilte mit, dass die Züge sich sehr flexibel einsetzen lassen. Je nachdem, wie befahren ein Teilabschnitt ist, könnten die Züge gekoppelt oder getrennt werden. Laut DB Regio sollen die neuen Züge Mehrzweckbereiche besitzen, in denen ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer, Fahrräder und Kinderwägen ist.

Züge mit Klimaanlage

Alle Fahrzeuge sind mit Steckdosen ausgestattet sowie mit kostenlosem W-LAN. Die Wagen werden videoüberwacht. Außerdem soll ein Informationssystem aktuelle Verbindungsdaten anzeigen. Die Züge sollen auch eine Klimaanlage haben. Die im Schnitt 20 Jahre alten Wagen, die derzeit auf der Höllentalbahn fahren, haben das nicht. Im Sommer gibt es deshalb des Öfteren Beschwerden von Fahrgästen.

Herstellung und Lieferung der 24 Züge kosten laut einer Mitteilung Alstoms 130 Millionen Euro. Die Züge sollen in das Eigentum des Landes übergehen, DB Regio pachtet sie für 12,5 Jahre. So lange läuft der Verkehrsvertrag, der regelt, wer die Strecke befahren darf. Das Modell der Verpachtung bietet das Verkehrsministerium den möglichen Betreibern an. Hintergrund ist, dass das Land zu günstigen Konditionen Kredite bekommt. Das Modell richtet sich eher an kleinere Betreiber, kann aber auch von der Bahn wahrgenommen werden.

Züge fahren auf dem Abschnitt "Breisgau Ost-West"

Die neuen Züge fahren auf einem von drei Teilabschnitten des Streckennetzes Breisgau S-Bahn 2020. Der Abschnitt "Breisgau Ost-West" beinhaltet im Westen die Schienen zwischen Freiburg und Breisach sowie Gottenheim und Endingen. Hier fährt bisher die landeseigene SWEG und deren Ableger, die BSB. Im Osten umfasst der Abschnitt die Höllentalbahn von Freiburg bis nach Titisee-Neustadt, dazu die Strecke von Titisee nach Seebrugg. Hinter Neustadt geht es über Donaueschingen bis nach Villingen. Bislang enden die Züge der Höllentalbahn in Neustadt, da der Rest der Strecke nicht elektrifiziert ist.

Mit dem Ausbau der neuen Breisgau S-Bahn sollen alle Teile elektrifiziert werden. Das ganze Netz besteht aus zwei weiteren Teilen. Zum einen der Rheintalbahn, zwischen Offenburg und Basel, sowie aus dem sogenannten Freiburger Y. Das beinhaltet die Strecken zwischen Freiburg und Elzach, Freiburg und Münstertal sowie der Verbindung von Breisach und Riegel. Die Ausschreibungen dafür laufen, Entscheidungen werden für das Frühjahr 2017 erwartet. Für den Betrieb hatten sich unter anderem die SWEG und die DB Regio beworben.

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