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Oliver Kamenisch ist der neue Chef der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Sa, 12. August 2017

Freiburg

Wie es auf dem Wohnungsmarkt in Freiburg aussieht, weiß Oliver Kamenisch ganz genau. Beruflich, weil er seit Mai Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft Freiburg ist, einem der größten Makler in der Region.

Wie es auf dem Wohnungsmarkt in Freiburg aussieht, weiß Oliver Kamenisch ganz genau. Beruflich, weil er seit Mai Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft Freiburg ist, einem der größten Makler in der Region. Und privat, weil er für seine Familie und sich eine Doppelhaushälfte sucht. Gefunden hat er noch keine – trotz seiner Kontakte in der Branche. Kamenisch: "Der Markt ist eng, keine Frage."

Vor einiger Zeit wurde in Sölden ein kleines Reihenendhaus in sehr schlichter Ausstattung aus den 60er-Jahren angeboten – es ging für 300 000 Euro im Bieterverfahren weg. Da wundert sich selbst ein Immobilienexperte. "Wer kauft sowas, wenn man mit wenig Aufpreis schon ein neuwertigeres Reihenhaus bekommen könnte?", fragt Oliver Kamenisch und weiß gleichzeitig, dass man in Freiburg und Umgebung derzeit so ziemlich alles zu ziemlich hohen Preisen loskriegen kann.

Wenn es jemand weiß, dann er. Der 46-Jährige ist seit Mai Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft und damit Nachfolger von Thomas Schmidt, der die Geschäfte des Unternehmens 22 Jahre lang steuerte. Kamenisch ist gelernter Bankkaufmann und seit Ende der 90er-Jahre im Immobilienwesen tätig, zuerst bei der Volksbank Müllheim. Im Jahr 2000 kam der gebürtige Müllheimer als Immobilienberater zur IBS Immobilien-Breisgau-Süd GmbH in Bad Krozingen, deren Geschäftsführung er drei Jahre später übernahm. Er ist Diplom-Betriebswirt, Immobilienwirt und Immobiliensachverständiger. Seinen neuen Job als Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft empfindet er als "Abrundung der Karriere": "Wenn du dich da nicht bewirbst, bist du selber schuld."

Nun ist er Chef von elf Mitarbeitern und einem erfolgreichen Unternehmen. Im vergangenen Jahr erzielte es mit einem Objektumsatz von gut 82 Millionen Euro das beste Ergebnis seiner Geschichte. Auf diesem Erfolgskurs will Kamenisch das Unternehmen halten, auch mit neuen Serviceangeboten für die Kunden. "Es gibt viele neue Tendenzen im Maklerwesen", sagt er. "Home Staging" zum Beispiel, bei dem ein Haus für den Verkauf optimal in Szene gesetzt wird, mit einem frisch hergerichteten Garten oder gemütlichen Möbeln, kurz: professionelle Gestaltung der Immobilie. Ein Start-up in Dresden, erzählt Kamenisch, bietet sogar virtuelles Home Staging an: "Für solche Neuerungen in der Vermarktung im digitalen Zeitalter muss man aufgeschlossen sein." Was macht einen guten Makler aus? Eine realistische Einschätzung der Marktlage, zählt Kamenisch auf, solide Wertermittlung, Menschenkenntnis, das Bemühen um Verkäufer und Käufer bis hin zu einem ansprechenden Exposé für die Immobilie. "Und der Preis muss fair sein, für Verkäufer und Käufer."

Die Lage in und um Freiburg sei gekennzeichnet von "überschaubarer Bautätigkeit", was das Geschäft nicht einfacher mache. Doch die Spitzenpreise, die gezahlt würden, flachten langsam an. Eine Immobilienblase kann Kamenisch nicht erkennen: "Freiburg wird Zuzugsregion bleiben." Und was empfiehlt er gegen Wohnungsnot? Oliver Kamenisch: "Letztendlich bleibt nur eins: bauen."